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Ekkehard Friebe Ekkehard Friebe ist männlich
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Chronologie zur Relativit?tstheorie Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

In Kapitel 3 seiner Arbeit: "?ber die absolute Gr??e der Speziellen Relativit?tstheorie" bringt G.O. Mueller eine Chronologie zur Relativit?tstheorie, die nachfolgend auszugsweise wiedergegeben werden soll. Sie finden diese Chronologie ab Seite 205 unter:
http://www.ekkehard-friebe.de/kap3.pdf


Zitat:

Chronologie
Hinweis: Eine chronologische ?bersicht s?mtlicher kritischer Ver?ffentlichungen aus der Dokumentation in Kapitel 4 wird in Kapitel 7 gegeben. Die hier versuchte Chronologie verwendet nur eine kleine Auswahl.

1801 Soldner
SOLDNER, JOHANN V.: ?ber die Ablenkung eines Lichtstrahls von seiner geradlinigen Bewegung, durch die Attraktion eines Weltk?rpers, an welchem er nahe vorbeigeht. In: Astronomisches Jahrbuch f?r das Jahr 1804. Berlin 1801, S.161 - 172.
Auszug abgedruckt, mit einer Vorbemerkung von P. Lenard, in: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 65. 1921, H. 7, S. 600-604.

Die Geschichte der Relativit?ts-Theorien beginnt fr?her als gedacht, fr?her vor allem als von Einstein und den Relativisten behauptet. Soldner hatte ohne jegliche Annahmen der Allgemeinen Relativit?tstheorie ?ber die ?quivalenz von Gravitation und Beschleunigung angenommen, da? das Licht von der Gravitation abgelenkt werden k?nnte. Die Arbeit war wegen der im 19. Jahrhundert herrschenden Auffassung von der Wellennatur des Lichts unbeachtet geblieben. Lenard wurde 1921 von einem Kollegen auf Soldners Arbeit hingewiesen und ver?ffentlichte den Wiederabdruck 1921. In seiner Vorbemerkung (S. 593 - 600) erl?utert Lenard die historischen Voraussetzungen v. Soldners und diskutiert kritisch mehrere Aspekte der ART.
(Zitatende)



Beste Gr??e Ekkehard Friebe

(Fortsetzung folgt)

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Re: Chronologie zur Relativit?tstheorie Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

1. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

Um 1880 ?ther-Hypothesen

Der ?ther ist eine Hypothese seit Newton. Ein Medium oder ? ?ther? (die gew?hlte Bezeichnung spielt keine Rolle) als Tr?ger von bestimmten physikalischen Eigenschaften war erforderlich, um bestimmte Eigenschaften der elektromagnetischen Wellen, z. B. des Lichts, wie die Transversalit?t von Schwingungen oder die Dielektrizit?tskonstante im ?leeren? Raum zu erkl?ren. Grundlegendes Werk:

WHITTAKER, EDMUND TAYLOR, SIR:
A history of the theories of aether and electricity.
[Vol. 1] : the classical theories / Rev. and enlarged ed. London: Nelson, 1951.
[Vol. 2] : the modern theories, 1900-1926. London: Nelson, 1953.

F?r die ??ther?-Hypothese gab es um 1880 keine experimentellen Nachweise. Die misslichen Lage der Physik, da? sie eine Medium-Hypothese brauchte, das Medium experimentell aber nicht nachweisen konnte, regte viele Autoren zu phantasievollen Ausgestaltungen ihrer ??ther?-Hypothesen an, um m?glichst viele physikalische Befunde auf einmal erkl?ren zu k?nnen: der ?ther wurde materiell oder immateriell gedacht; er wurde ruhend gedacht, und alle festen K?rper bewegten sich durch ihn hindurch; oder die K?rper nahmen eine Art ?ther-Umgebung mit sich fort; oder der ?ther war in Bewegung gedacht, vornehmlich in Wirbeln (Wirbel?ther) und Schwingungen, und wurde dann nicht nur Tr?germedium f?r bestimmte Eigenschaften, sondern geradezu Ursache f?r bestimmte physikalische Effekte; er konnte auch als spezifischer ?lichttragender? ?ther oder ? elektromagnetischer? ?ther vorgestellt werden, und war dann nur eine andere Metapher f?r die beliebte und anerkannte physikalische Metapher des ? Feldes?, von der auch niemand wei?, was es ist.

In dieser unbefriedigenden Lage der ?ther-Hypothesen entwickelte ALBERT ABRAHAM MICHELSON die neue Idee, mit einem Experiment die Bewegung der Erde durch den als station?r angenommenen ?ther nachzuweisen. Er konstruierte erstmals ein drehbares Interferometer, in dem zwei Lichtstrahlen aus derselben Quelle nach unterschiedlichen Wegen wieder vereinigt werden und dabei Interferenzmuster (Streifen oder Ringe) bilden, die sich verschieben m?ssen, wenn die Lichtstrahlen die verschiedenen Wege mit verschiedenen Geschwindigkeiten durchmessen; wenn sich dagegen die Interferenzstreifen nicht verschieben, so deutete dies auf dieselbe Geschwindigkeit auf beiden Lichtwegen. Da die Interferenzmuster sich aus den Phasenlagen der elektromagnetischen Strahlung ergeben, wurden im Interferometer genau genommen nicht die gleiche oder ungleiche Geschwindigkeit der Lichtstrahlen, sondern nur ihre gleichen oder ver?nderten Phasenlagen festgestellt.

Die neue Experiment-Idee konnte nur Ver?nderungen der Lichtgeschwindigkeit auf den verschiedenen Wegen erforschen, keinesfalls jedoch die absolute Gr??e der Lichtgeschwindigkeit in km/sec messen.
(Zitatende)




Beste Gr??e Ekkehard Friebe

(Fortsetzung folgt)

04.01.2007 09:52 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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2. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1881 Michelson-Versuch


Die Modell-Vorstellung zum MMV

Wenn es einen station?ren ?ther gibt, dann bewegt sich nicht nur allein die Erde, sondern das gesamte Sonnensystem durch den ?ther. Durch die Erdbahn um die Sonne nimmt die Erde im Laufe eines Jahres verschiedene, auch entgegengesetzte Bewegungsrichtungen an: in Abst?nden von einem halben Jahr w?rde sich die Erdbewegung einmal zur ?therdrift des Sonnensystems addieren und einmal ihr entgegenlaufen. In welchen Punkten der Erdbahn diese Effekte auftreten w?rden, war unbekannt, weil man die Bewegungsrichtung durch den ?thers nicht kannte. Man nahm aus anderen ?berlegungen eine Drift des Sonnensystems in Richtung des Sternbilds Herkules an.

Da das Experiment auf der Erdoberfl?che stattfinden sollte, mu?te sich au?erdem ein ?hnlicher, jedoch bedeutend kleinerer Effekt durch die im Laufe von 24 Stunden (einer Erdumdrehung) stattfindenden Richtungs?nderungen in der Bewegung des erdfesten Laboratoriums feststellen lassen.

Beide Bewegungs-Effekte, der aus der Erdrotation und der aus der Erdumlaufbahn, mu?ten sich ?berlagern.

Die relativen Bewegungen von Sonnensystem/Erde und station?rem ?ther sollten auf der Erde als ??therwind? oder ??therdrift? feststellbar sein. Zur experimentellen Feststellung waren folgende Beobachtungen ?ber Verschiebungen der Spektrallinien erforderlich:

---- 1. Messungen, wenn sich die Labor-Geschwindigkeit aus der Erdrotation zu der Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne addiert.
---- 2. Messungen 6 Stunden sp?ter, wenn das Labor nur die Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn mitmacht.
---- 3. Messungen weitere 6 Stunden sp?ter, wenn das Labor sich mit der Erdrotation
gegen die Erdbahn um die Sonne bewegt und nur die Differenzgeschwindigkeit besitzt.
---- 4. Dieselben Messungen (1) - (3) ein halbes Jahr sp?ter, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne in Gegenposition steht und ihre Bewegungen sich anders zu der gesuchten Bewegung des Sonnensystems durch den ?ther addieren.


Die Durchf?hrung 1881 in Berlin und Potsdam

In Berlin waren die st?renden Umwelteinfl?sse zu stark, weshalb das Interferometer in das Astrophysikalische Observatorium nach Potsdam verlegt wurde. Das Instrument erwies sich als nicht stabil genug und wurde verst?rkt. Michelson machte im April 1881 4 Reihen von Beobachtungen.

In einem von Michelson unver?ffentlichten Brief (zitiert in: L. S. Swenson: The ethereal aether. 1972, S. 69-70) an seinen Auftraggeber A. G. Bell teilt Michelson mit, da? er eine Verschiebung der Interferenzstreifen um ein Zehntel (eines Streifens) erwartet, aber nur ein Hundertstel gefunden habe und dieses Ergebnis f?r einen Experimentfehler halte (assignable to the errors of experiment). Damit war immerhin ein Zehntel des erwarteten Wertes beobachtet worden: die Beurteilung als ?error of experiment? eine Vermutung. Ver?ffentlichung des Berichts:

MICHELSON, ALBERT ABRAHAM:
The relative motion of the earth and the luminiferous ether.
In: American journal of science. Ser. 3, Vol. 22. 1881, S. 249?258.
(Swenson zitiert stets S. 120-129, hat aber abgedruckt S. 249-258!)

Michelson fa?t seine Ergebnisse zusammen (S. 257): ?The interpretation of these results is that there is no displacement of the interference bands. The result of the hypothesis of a stationary ether is thus shown to be incorrect, and the necessary conclusion follows that the hypothesis is erroneous.? Dies ist die Quelle des bis heute kolportierten ?Null-Ergebnisses?.

Wenn man den Bericht liest, so findet man auf S. 257 au?er dem Zitat auch eine grafische Darstellung der Beobachtungswerte mit der Vergleichskurve der erwarteten Werte: auch daraus ergibt sich nur der Befund von einem Zehntel der erwarteten Werte; die Kurve der Befunde weist jedoch, trotz ?u?erst geringer Werte, eine deutliche Periodizit?t mit einem Minimum und einem Maximum auf, wie auch die Kurve der erwarteten Werte, aber gegen?ber den erwarteten Werten stark verschoben. Dieser Befund zeigt, da? die Geringf?gigkeit der Beobachtungswerte - immerhin ein Zehntel der erwarteten - nicht zuf?llige Irrt?mer sein k?nnen, wenn sie zugleich doch eine Periodizit?t ausdr?cken.

Entgegen Michelsons eigener Beurteilung gibt es also klare Anhaltspunkte daf?r, da? bereits 1881 keineswegs ein ?Null-Ergebnis? vorlag, sondern ein sehr geringes positives Ergebnis mit deutlicher Periodizit?t. F?r reine Me?fehler w?re eine Zufallsverteilung zu erwarten; wenn sich eine Periodizit?t abbildet, mu? man weiter nach der Ursache suchen. Diese Beurteilung f?llt uns heute, im Abstand von 110 Jahren, auch leichter, weil wir die in den Folgejahren auf 40 % (vier Zehntel) angestiegenen Beobachtungswerte kennen.

Das erste Interferometer-Experiment, 1881 von Michelson in Potsdam allein durchgef?hrt, hatte also bereits objektiv mindestens Anzeichen geliefert f?r eine positiv festgestellte ?therdrift.
(Zitatende)




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(Fortsetzung folgt)

05.01.2007 11:04 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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3. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1887 Michelson-Morley-Versuch (MMV)

1887 wiederholten Michelson und E. W. Morley den Interferometer-Versuch in Cleveland mit einer verbesserten Apparatur. Messungen wurden ausgef?hrt nur im Juli, nur an 3 Tagen um 12 Uhr (mittags) und nur an 3 Tagen um 18 Uhr. Ihr Bericht:

MICHELSON, ALBERT ABRAHAM / MORLEY, EDWARD W.:
On the relative motion of the earth and the luminiferous aether.
In: American journal of science. Ser. 3, Vol. 34. 1887, November, S. 273-285.
(Swenson 1972 gibt an S. 333-345, druckt aber ab: S. 273-285. !!)

Die Autoren fassen die Ergebnisse ihrer Beobachtungen folgenderma?en zusammen (S. 281):
?The displacement to be expected was 0.4 fringe. The actual displacement was certainly less than the twentieth part of this, and probably less than the fortieth part. But since the displacement is proportional to the square of the velocity, the relative velocity of the earth and the ether is probably less than one-sixth the earth?s orbital velocity, and certainly less than one-fourth.?

Dieses Ergebnis h?tte eine Sensation sein m?ssen: Michelson und Morley haben eine ?therdrift gefunden in der Gr??enordnung von einem Sechstel der Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn: diese betr?gt 30 km/sec, so da? die ?therdrift der Erde mit einem Sechstel immerhin ca. 5 km/sec betr?gt.

Die eingetroffene Sensation ist jedoch eine ganz andere:

---- (1) Niemand nimmt die von Michelson / Morley gemessene ?therdrift zur Kenntnis.
---- (2) Die Zeitgenossen beharren auf dem angeblichen Null-Ergebnis Michelsons von 1881, wahrscheinlich weil sie es sch?ner finden.
---- (3) Michelson / Morley haben 1887 umsonst gearbeitet.
---- (4) Albert Einstein und seine Relativisten ?bernehmen diese ?ffentliche Wahrnehmung ab 1905 als unwiderrufliche Tatsache und errichten auf diesem monumentalen Irrtum eine Theorie, die angeblich alle unsere Vorstellungen von Raum und Zeit revolutioniert.
---- (5) In der Physik des 20. Jahrhunderts ist die Geschwindigkeit von 5 km/sec ein Null-Ergebnis: dies ist jedoch keine Erkenntnis, sondern ein Beschlu?.
---- (6) Alle Leute glauben, Michelson / Morley h?tten 0,0 km/sec gemessen.
---- (7) Die Beschlu?lage der Physik wird k?nftig gegen alle weiteren Experiment-Ergebnisse hartn?ckig verteidigt werden. Motto: Keine Experimente!
---- (cool Die Spezielle Relativit?tstheorie ist widerlegt, bevor sie aufgestellt wird.
---- (9) Eine neue, nicht-Adam-Riese?sche Mathematik ist eingef?hrt: 5 km/sec = 0,0 km/sec
---- (10) Nicht der MMV hat ein Null-Ergebnis, sondern die Spezielle Relativit?tstheorie hat eine Null-Grundlage.

Wie unvollst?ndig Michelson / Morley ihr Experiment 1887 liegengelassen haben, wurde j?ngst eingehend beschrieben:

COLLINS, HARRY / PINCH, TREVOR:
The Golem - what you should know about science. 2. ed. Cambridge 1998, S. 27-43.

Sie diagnostizieren den Grund f?r den Verzicht auf das volle Programm des Experiments:
?No effect remotely resembling the expected speed of the aether wind was found? (Collins, S. 37). Wenn man nicht das Ergebnis erh?lt, das man erwartet hat, dann l??t man die Sache fallen.


Damit k?nnten seit dem MMV 1887 gewisse Dinge klar sein:

- der MMV konnte nichts ?ber die Lichtgeschwindigkeit, sondern nur ?ber die Phasenlage zweier miteinander interferierender Lichtstrahlen feststellen;
- der MMV hat keineswegs ein ?Null-Ergebnis? gehabt, sondern nur den geringen Wert von einem Sechstel der Erdgeschwindigkeit auf ihrer Umlaufbahn gemessen;
- der MMV ist 1887 keineswegs vollst?ndig durchgef?hrt worden und h?tte bei vollst?ndiger Durchf?hrung wahrscheinlich ein noch deutlicheres Ergebnis haben k?nnen;
- die von den Relativisten bis heute st?ndig wiederholte Propaganda, der MMV sei vielfach wiederholt worden und immer mit demselben ?Null-Ergebnis?, kann schon deshalb nicht stimmen, weil es seit 1887 kein Null-Ergebnis mehr gab, weil es schon 1881 kein eindeutiges Null-Ergebnis gegeben hatte, und weil alle weiteren und modifizierten Wiederholungen von Michelson, Morley, Gale und D. C. Miller keine Null-Ergebnisse gebracht haben.
(Zitatende)




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06.01.2007 11:24 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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4. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

1887 W. Voigt: Transformationsgleichung

Bereits 17 Jahre vor H. A. Lorentz (1904) hat W. Voigt die sp?ter als Lorentz-Tranformationen bekanntgewordenen und auch von Albert Einstein verwendeten Gleichungen aufgestellt:

VOIGT, WOLDEMAR:
?ber das Dopplerische Prinzip.
In: Gesellschaft der Wissenschaften zu G?ttingen. Math.-phys. Kl. Nachrichten. 1887, S. 41.
Wieder abgedruckt, mit aufschlu?reicher Fu?note, in: Physikalische Zeitschrift. 16. 1915, S. 381-386.

Lorentz selbst hat die Priorit?t von W. Voigt anerkannt, in einer Fu?note zum Wiederabdruck seiner eigenen Arbeit (von 1904) im Sammelband ?Das Relativit?tsprinzip / Lorentz, Einstein, Minkowski. 1913? (S. 10): die von Voigt 1887 gefundene Transformation ist seiner eigenen Transformation von 1904 ?quivalent.

Galeczki / Marquardt 1997 (S. 61-63).



1898 P. Gerber: Merkur-Perihel

GERBER, PAUL:
Die r?umliche und zeitliche Ausbreitung der Gravitation.
In: Zeitschrift f?r Mathematik und Physik. 43. 1898, H. 2, S. 93-104.

Stellt 14 Jahre vor der Ver?ffentlichung von Albert Einsteins ART 1916 eine Formel zur Berechnung der Perihelbewegung des Merkur auf. Damit ist die Erkl?rung des Merkur-Perihel unabh?ngig von der Relativistik Albert Einsteins mit der angeblichen ?quivalenz von Gravitation und Beschleunigung gegeben; aus der Ableitung durch die ART ist kein Schlu? auf die Richtigkeit ihrer Pr?missen m?glich.



1902 P. Gerber: Merkur-Perihel

GERBER, PAUL:
Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Gravitation. - Programmabhandlung, St?dt. Realgymnasium Stargard in Pommern, 1902. - Abgedruckt in: Annalen der Physik. Ser. 4, Bd. 52. 1917, S. 415-441. - Eingehende Ausarbeitung des Aufsatzes von 1898.



1902/03 Morley / Miller: ?therdrift = 10 km /sec

Bei Interferometer-Versuchen zwischen August 1902 und Juni 1903 in der Case School of Applied Science, Cleveland, wurde eine ?therdrift von 10 km/sec beobachtet. Entnommen aus dem erst mit gro?er Versp?tung erschienenen ?bersichtsartikel:

MILLER, DAYTON CLARENCE:
The ether-drift experiment and the determination of the absolute motion of the earth.
In: Reviews of modern physics. (USA). 5. 1933, Nr. 3, S. 203-242; darin: S. 207-208.



1904 Morley / Miller: ?therdrift = 7,5 km/sec

Ort der Beobachtungen: Cleveland Hights, 285 m ?ber Meeresh?he; Quelle: Miller 1933, S. 217.



1904 Hasen?hrl: E = mc?

HASEN?HRL, FRITZ:
Zur Theorie der Strahlung in bewegten K?rpern.
In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 15. 1904, S. 344-370. Berichtigung: 16. 1905, S. 589-592.

Hasen?hrl ist nur der letzte Autor vor Albert Einstein 1905 (Ist die Tr?gheit eines K?rpers von seinem Energiegehalt abh?ngig? In: Annalen der Physik. 18. 1905. S. 639-641), der die Masse-Energie-Beziehung abgeleitet hat.

Theimer 1977 behandelt ausf?hrlich (S. 84-92) die vorausgehende historische Entwicklung: Thomson 1881, Wien 1900, Poincar? 1900 u. 1904, Kaufmann 1901-1905.

Gut 1981 (S. 66-90) liefert eine vorz?gliche sorgf?ltige Studie der ca. 6 verschiedenen Herleitungen samt ihren Fehlern.

Damit ist auch die Masse-Energie-Beziehung als unabh?ngig von Albert Einsteins Theorien erwiesen.



1904 Lorentz: Transformationsgleichung

LORENTZ, HENDRIK ANTOON:
Electromagnetic phenomena in a system moving with any velocity smaller than that of light.
In: Koninklijke Akademie van Wetenschappen, Amsterdam. Proceedings. 6. 1904, S. 809-831.
Dt. ?bersetzung abgedruckt in: Das Relativit?tsprinzip. H. A. Lorentz, A. Einstein, H. Minkowski. 1913. - 5. Aufl. 1923, S. 6-25.
(Zitatende)




Beste Gr??e Ekkehard Friebe

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07.01.2007 11:41 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
Engelbrecht Klaus
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Die von Hasen?hrl aufgestellte Gleichung war nicht E=mc?. Dies wird leider h?ufig f?lschlicherweise behauptet.

Gru?
Klaus

08.01.2007 01:35 Engelbrecht Klaus ist offline Email an Engelbrecht Klaus senden Beiträge von Engelbrecht Klaus suchen Nehmen Sie Engelbrecht Klaus in Ihre Freundesliste auf
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5. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1905 Albert Einstein: Die Ur-Kunde der SRT

EINSTEIN, ALBERT: Zur Elektrodynamik bewegter K?rper.
In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 17 (=322). 1905, S. 891-921.
Abdrucke in:
(1) Das Relativit?tsprinzip : eine Sammlung v. Abhandlungen / H. A. Lorentz, A. Einstein, H. Minkowski; mit Anm. v. A. Sommerfeld; Vorw.: Otto Blumenthal. Leipzig: Teubner 1913. 89 S.
(2) Albert Einsteins Relativit?tstheorie : die grundlegenden Arbeiten / hrsg. u. erl?utert v. Karl von Meyenn. Braunschweig: Vieweg 1990. 331 S. (Facetten der Physik.)

Diese Arbeit enth?lt fast die gesamte Spezielle Relativit?tstheorie. Ihr Inhalt wird in dem vorangehenden Kapitel 2: Fehler-Katalog eingehend behandelt. Insgesamt betrachtet kommt die Kritik zu dem Urteil:

---- (1) die Theorie beruht auf falschen Annahmen, z.B. dem angeblichen Null-Ergebnis des MMV von 1887;
---- (2) Albert Einsteins eigene Ableitungen ?ber bestimmte Effekte der Kinematik sind unzutreffend, weshalb diese Effekte auch nicht beobachtet werden;
---- (3) von anderen Autoren und vor Verk?ndung der Speziellen Relativit?tstheorie gefundene und erkl?rte Effekte sind beiden Theorien nur angelagert worden, beweisen jedoch nichts f?r die Richtigkeit der Speziellen Relativit?tstheorie oder der Allgemeinen Relativit?tstheorie;
---- (4) die Theorie-Fehler beruhen auf st?ndig wiederkehrenden zirkul?ren Schlu?weisen, die f?r die Sache nichts beweisen k?nnen, und auf Widerspr?chen in den Ableitungen.


1905 Albert Einstein: Tr?gheit / Energiegehalt

EINSTEIN, ALBERT: Ist die Tr?gheit eines K?rpers von seinem Energiegehalt abh?ngig?
In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 18. 1905. S. 639-641.
Abdruck in:
(1) Das Relativit?tsprinzip. Lorentz / Einstein/ Minkowski. 5. Aufl. 1923, S. 51-53.
(2) Albert Einsteins Relativit?tstheorie. Hrsg.: K. v. Meyenn. 1990. S. 156-159.

Leitet unter Annahme des Relativit?tsprinzips und der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit (der in Bd. 17 ver?ffentlichten Speziellen Relativit?tstheorie) die Masse-Energie-Beziehung ab, die sp?ter als die Formel E = mc? bekannt wurde. Die Ableitung von Albert Einstein 1905 ist fehlerhaft, sie enth?lt einen Zirkelschlu?, wie H. E. Ives 1952 (Derivation of the massenergy relation) und Max Jammer 1964 (Der Begriff der Masse in der Physik. S. 191) nachgewiesen haben.


1905 Morley / Miller: ?ther-Drift = 8,7 km/sec

Ort der Beobachtungen: Cleveland Hights, 285 m ?ber Meeresh?he; Quelle: Miller 1933, S. 217.


1908 Minkowski: Vierdimensionale Raum-Zeit

MINKOWSKI, HERMANN: Raum und Zeit: Vortrag, 80. Naturforscher-Vers., K?ln 1908, 21. Sept.
In: Naturforschende Gesellschaft, C?ln. Verhandlungen. 80. 1909, S. 4-9.
Abdruck in:
(1) Physikalische Zeitschrift. 20. 1909, S. 104-111.
(2) Das Relativit?tsprinzip. Lorentz, Einstein, Minkowski. 5. Aufl. 1923, S. 54-66.

Entwickelt zur Interpretation der Speziellen Relativit?tstheorie die mathematische Fiktion einer vierdimensionalen Raum-Zeit. Theorie-Fehler entstehen durch die Annahme, da? Aussagen und Ableitungen der fiktiven Raum-Zeit auf die dreidimensionale Welt der physikalischen Wirklichkeit ?bertragen werden k?nnen. Vgl. im Fehler-Katalog die Fehler G 1 - 8.
(Zitatende)




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08.01.2007 10:43 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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6. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

Exkurs: ?ber ?die Zeit? - eine Ausn?chterung

Nach Albert Einsteins Behauptungen ?ber die Zeit in seiner Ur-Kunde 1905 und Minkowskis Behauptungen ?ber den Einbau der Zeit als eine Vierte Dimension in seine Raum-Zeit von 1908 (Vortrag in K?ln) und 1909 (Abdruck des Vortrags) ist es nun an ihr, n?mlich der Zeit, den zeittrunkenen Akteuren und ihrer k?nstlichen Aufregung eine Ausn?chterung zu bereiten, damit die kommenden Gro?taten Albert Einsteins in seinem Z?richer Vortrag (1911) und die allm?hlich ?berhaupt nicht mehr zu b?ndigende Begeisterung seiner Anh?nger und der faszinierten ?ffentlichkeit ein sicheres Beh?ltnis erhalten, in dem sie allm?hlich abklingen k?nnen.

Um das angeblich wissenschaftliche, wom?glich physikalische Schwadronieren ?ber die Zeit und die wildesten Spekulationen der physikalischen Esoterik (oder: esoterischen Physik) ?ber Reisen, die jung erhalten oder sogar j?nger machen, ?ber Reisen in die Vergangenheit und in die Zukunft, jeweils mit R?ckfahrtticket an den Ausgangspunkt, damit wir Zur?ckgebliebenen auch etwas davon haben sollen, in seinem wahren Charakter zu zeigen, gen?gt es v?llig, Bekanntes in Erinnerung zu rufen.


Der Zeitbegriff ist kein Naturgegenstand

Der Zeitbegriff ist nicht vom Himmel gefallen, findet sich auch nicht als Gegenstand in der Natur vor, sondern ist von Menschen gemacht, weshalb es auch unweigerlich verschiedene Zeitbegriffe geben wird. Vom Zeitbegriff h?ngt ab, was er begreift. Deshalb mu? jeder, der Erkenntnisse ?ber die Zeit verk?nden will, mindestens seinen dabei verwendeten Zeitbegriff vorzeigen.


Ged?chtnis und Dauer

Die historische Entwicklung kann helfen, einen Begriff zu explizieren, ohne ihn endg?ltig festzulegen. Sicher ist jedenfalls, da? die intuitive Erfassung der Dauer sich von sichtbaren Vorg?ngen ableitete, Bewegungen, die der Mensch mit den Sinnen wahrnehmen konnte. An den sichtbaren Bewegungen entwickelte sich als erstes der Sinn f?r die Dauer, den Zeitablauf. Der Zeitablauf kann nur dort erkannt werden, wo die Natur ein Ged?chtnis installiert hat. Die vielzitierten Ringe im Baumquerschnitt sind, entgegen der beliebten Metapher, noch kein Ged?chtnis, sondern k?nnen nur als solches interpretiert werden.

Der Vergleich der beobachteten und erinnerten Bewegungen f?hrte zu Feststellungen, da? bestimmte (l?ngere) Bewegungen noch andauern, w?hrend bestimmte andere (k?rzere) enden. Aus diesem Vergleich von Bewegungen erst konnte, nach der Dauer, der Begriff der Gleichzeitigkeit entstehen.


Wiederkehrende Bewegungen

Die Menschen wurden von Anbeginn durch die Natur reichlich mit wiederkehrenden Bewegungen versorgt, durch die wandelnden Gestirne und den Rhythmus von Tag und Nacht, dann durch die hergestellten Ger?te wie drehende R?der und Pendel. Besonders die wiederkehrenden Bewegungen luden zu Vergleichen ein: jede einmalige Bewegung konnte mit den wiederkehrenden Bewegungen verglichen werden. Ergebnis waren Verh?ltniszahlen: eineReise dauerte von einem Sonnenaufgang bis zum n?chsten oder ?bern?chsten. Die Angabe ?2 Tage? ist eine solche Verh?ltniszahl: die eine Bewegung (die Reise) steht zur anderen Bewegung (dem Lauf der Sonne) im Verh?ltnis 1:2. Der Zeitbegriff ist mit der Bildung der Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen voll ausgebildet. Dabei ist es bis heute geblieben. Alle Verfeinerungen durch Apparate haben daran nichts ge?ndert; auch die Schwingungen im C?sium der Atomuhr sind nur Bewegungen.


Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen

Wer angesichts dieser n?chternen Feststellung von ?der Zeit als vierter Dimension? spricht, redet schlicht Unsinn: die Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen ist n?mlich eine dimensionslose Zahl; und sie wird nur durch Beobachtung und Vergleich von Bewegungen in den Dimensionen des Raums gewonnen, ist also die Konstruktion aufgrund eines funktionierenden Ged?chtnisses. Wirklich sind nur der Raum und die Bewegungen im Raum: alles andere ist n?tzliche Konstruktion.
(Zitatende)



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7. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

Die Substantivierung der Verh?ltniszahl

Die Konstruktion einer Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen ist und bleibt eine Abstraktion, die nicht in die Wirklichkeit des Raumes zur?cktransportiert werden kann. Die Verh?ltniszahl ist nirgendwo im Raum anzutreffen.

Die Versuchung dazu ist dennoch gro?, weil der Umgang mit Abstraktionen eine gewisse geistige Anstrengung verursacht, und wir zu unserer Entlastung den Sprachgebrauch eingef?hrt haben, den Wert der Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen als ?die Zeit? zu bezeichnen.

Mit dem Substantiv kommt die T?uschung, wir h?tten es mit einer Sache zu tun, von der wir mehr oder weniger gro?e St?cke abtrennen und ?ber sie verf?gen k?nnen, als eine Sache, die, wie alle Gegenst?nde, eine Dimension hat.

Wer von einer ? Reise in die Zeit? schwadroniert, kann nur eine ? Reise in eine Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen? meinen: damit entweicht die hei?e Luft aus ?der Zeit?.

Wer von einer ?Zeit an einem Punkt? spricht, ?bersieht, da? die Verh?ltniszahl ?ber zwei bestimmte Bewegungen nur aus dem Raum gewonnen wird; sie kann deshalb (1.) physikalisch nicht mehr auf einen Punkt im Raum beschr?nkt werden, und (2.) aus einer Verh?ltniszahl ?ber dieselben zwei Bewegungen k?nnen sich logischerweise nicht unterschiedliche Werte f?r verschiedene Punkte im Raum ergeben. Es kann daher keine ?lokalen Zeiten? f?r verschiedene Punkte (Orte) im Raum geben.

Aus denselben Gr?nden, die eine ?Zeit an einem Punkt? nicht zulassen, folgt unmittelbar die Geltung der ?Gleichzeitigkeit? im gesamten Raum. Da die Wahl der zu vergleichenden Bewegungen im Beobachtungsraum grunds?tzlich frei ist, wird auch im Horizont unseres kosmischen Beobachtungsraumes durch Wahl nur einer allgemeinen Bezugs-Bewegung f?r die Gewinnung der Verh?ltniszahl eine ?berall geltende Gleichzeitigkeit konstituiert.


Die Technik der Zeitmessung

Die Technik der Messung erfordert die Wahl einer Einheit: sie ist zweckm??ig, f?rdert aber zugleich noch die irrige Substantivierung und die Interpretation als Dimension in allen physikalischen Betrachtungen.

Die technischen Fragen der Identifizierung m?glichst regelm??ig wiederkehrender Bewegungen als Einheit, der Konstruktion von Uhren nach verschiedenen Prinzipien und ihrer Synchronisierung ?ber gro?e Entfernungen k?nnen nur nach dem jeweils besten Kenntnisstand gel?st werden. Unvollkommenheiten und Fehler der technischen L?sungen sind grunds?tzlich nicht zu vermeiden.

Der Zeitbegriff als Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen, der aller physikalischen Praxis zugrunde liegt, ist grunds?tzlich unabh?ngig von der angewandten Technik der Messung: die Beobachtung der Bewegungen kann die Bewegungen selbst und damit ihre Verh?ltniszahl nicht ver?ndern. Unvollkommenheiten in der Technik der Zeitmessung k?nnen daher keine R?ckwirkung auf die Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen haben: diese Verh?ltniszahl k?nnte nur ver?ndert werden durch Ver?nderungen der Bewegungen selbst oder durch die Wahl von zwei anderen Bewegungen f?r die Bildung der Verh?ltniszahl.

?Die Zeit? als Verh?ltniszahl ?ber zwei Bewegungen ist grunds?tzlich unabh?ngig von Geschwindigkeiten anderer Bewegungen oder sonstigen Vorg?nge als der beiden miteinander verglichenen.


Fazit

1. ?Die Zeit? ist eine dimensionslose Verh?ltniszahl ?ber zwei frei w?hlbare, aber bestimmte Bewegungen und ausschlie?lich von ihnen abh?ngig.

2. Aus dem Vergleich von zwei Bewegungen im Raum entsteht kein neuer Raum, keine neue Bewegung und keine neue Dimension.

3. In Bezug auf die Zeit ist die Rede von ihrer ?Dimension? ein rein metaphorischer Gebrauch in der Sprache der Poesie und allenfalls im Poesiealbum zul?ssig.

4. Jede Behauptung von einer ?Ver?nderung? der Zeit m??te eine Einwirkung auf die miteinander verglichenen Bewegungen nachweisen.

5. Der aus dem Vergleich von Bewegungen im Raum gewonnene Zeitbegriff gilt im Beobachtungsraum ohne Einschr?nkungen, weil es auch f?r die verglichenen Bewegungen keine prinzipiellen Einschr?nkungen gibt.

6. Jede Behauptung von einer Einschr?nkung der Zeit auf Regionen oder Punkte im Raum arbeitet mit einem anderen als dem hier analysierten Zeitbegriff und m??te diesen anderen Zeitbegriff vorzeigen und als plausibel rechtfertigen.

7. Solange kein anderer Zeitbegriff vorgestellt und als plausibel und widerspruchsfrei gerechtfertigt ist, haben alle Behauptungen von

(1) einer ?Dimension? der Zeit,
(2) einer Einwirkung anderer Vorg?nge wie zum Beispiel der Lichtausbreitung auf die gemessenen Zeitwerte,
(3) insbesondere R?ckwirkungen der Me?ger?te auf den Zeitbegriff und seine Geltung

keine Grundlage, sondern k?nnten nur auf Zauber und Magie beruhen.

8. Real sind nur der Raum und in ihm die Bewegungen zu einem Zeitpunkt, in einem Augenblick. Der Augenblick vorher ist nicht mehr real, der kommende Augenblick ist es noch nicht. Die Natur f?r sich ist nur ihr jeweiliger Zustand. ?Die Zeit? ist nur eine sinnvolle Konstruktion auf der Grundlage eines Ged?chtnisses, eine kulturelle Errungenschaft; in der Natur trifft man sie nicht an.
(Zitatende)




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(Fortsetzung folgt)

10.01.2007 09:54 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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8. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

Das Schlo?gespenst der theoretischen Physik

Seit der Thematisierung der Zeitvorstellung als eigener Dimension und obendrein als vierte Dimension einer angeblichen ?Raum-Zeit? ist ?die Zeit? zum Schlo?gespenst der Physik bef?rdert worden, das zu den wildesten Phantastereien unter dem Deckmantel der ?Wissenschaft? berechtigt und von den Relativisten als Instrument der Beherrschung der ?ffentlichen Meinung ausgebeutet wird.

Der vielbeschworene ?Pfeil der Zeit? beruht nur auf der Funktion des Ged?chtnisses, das Fr?her und Sp?ter gegeneinander und auseinander halten kann. Wenn von der ?Umkehrung des Zeitpfeils? die Rede ist, so k?nnte diese Umkehrung also logischerweise nur im Ged?chtnis stattfinden: denn dort hat die Zeitrichtung ihren Ursprung.

Eine ?Umkehrung des Zeitpfeils? durch Umkehrung der Bewegungsrichtungen der verglichenen Bewegungen ist ebenfalls ausgeschlossen, da die Richtung der verglichenen Bewegungen nie in die Verh?ltniszahl ?Zeit? eingegangen ist. Auch wenn die Sonne eines Tages am Himmel r?ckw?rts laufen sollte, wird der Zeitpfeil dadurch nicht umgekehrt: die Reihenfolge wird in unserem Ged?chtnis hergestellt.

Eine ?nderung im Ged?chtnis k?nnte jedoch keine Wirkung auf die Abfolge des Geschehens in der Wirklichkeit der Natur haben. Wer auf eine Wirkung des Ged?chtnisses auf die physikalischen Vorg?nge spekuliert, betreibt nichts anderes als Magie und Esoterik.

Die in der Physik h?ufig vorgetragene Bemerkung, in den Formeln der Physik habe die Zeit keine Richtung, und deshalb k?nne die Zeit in beiden Richtungen ?flie?en?, vorw?rts und r?ckw?rts, best?tigt aufs sch?nste nur die Dimensionslosigkeit und Richtungslosigkeit der Zeitwerte als reine Verh?ltniszahlen und unsere These, da? der Zeitpfeil ein Produkt des Ged?chtnisses ist.

Diese Sachlage hat jedoch auch die Gro?-Koryph?en der Physik am Ende des 20. Jahrhunderts nicht daran gehindert, sich an den phantastischen Schilderungen der umgekehrten Zeit und der Zeitreisen als physikalischen Wirklichkeiten zu beteiligen: wenn sogar Stephen Hawking mitmacht, dann mu? an der Sache etwas dran sein. Wie man sieht, ist die Wissenschaft unabl?ssig auf der Suche nach Erkenntnis.
(Zitatende)




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11.01.2007 11:00 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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9. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

1908-1914 Erste Phase der Kritik

F?r diesen Zeitraum weist unsere Dokumentation 106 Ver?ffentlichungen nach. Es ist eine Zeit der offenen Diskussion, ohne sichtbare Emotionen, in ruhiger Rede und Gegenrede in den Fachorganen.

1908
Als erste melden sich Max Abraham, Tullio Levi-Civita, Gilbert N. Lewis und Walter Ritz kritisch zu Wort. Levi-Civita wird sp?ter in das Lager der Relativisten ?berwechseln und die Allgemeine Relativit?tstheorie vertreten.

1909
Max Abraham, A. Bestelmeyer, Pierre Duhem, Paul Ehrenfest und Georg Hamel.

1910
Max Abraham, Otto Berg, Gustav Herglotz, Philipp Lenard, Hendrik Antoon Lorentz, Paul Natorp, Fritz Noether, L?on Schames.

Bemerkenswert ist vor allem Lorentz als fr?her und entschiedener Kritiker der Speziellen Relativit?tstheorie: er kritisiert die Verleugnung des ?thers, die Behauptung realer Effekte der Kinematik, f?r die die Theorie die Asymmetrie und damit Realit?t in einem der Systeme nicht begr?nden kann. In seinen G?ttinger Vortr?gen 1910 wird er geradezu ironisch. Lorentz hat im Grunde 1910 schon Dingles Frage von 1960 zum Probestein f?r die Theorie gemacht - und schon damals keine Antwort erhalten. - Seine Vortr?ge in G?ttingen wurden von dem jungen Max Born, einem ?berzeugten Anh?nger der Speziellen Relativit?tstheorie, protokolliert und zum Druck in der Physikalischen Zeitschrift redigiert.

1911
Von denen der vorangehenden Jahre melden sich nur Lenard und Ritz noch einmal zu Wort; die ?brigen sind neu im Kreis der Kritiker:

C. Beckenhaupt, Guido Castelnuovo, Ernst Gehrcke, Aloys M?ller, Alfred Arthur Robb, O. M. Stewart, Max Bernhard Weinstein, Johann Emil Wiechert.

Zum ersten Mal melden sich zwei Angelsachsen zu Wort.

Im Juni des Jahres h?lt Paul Bernays einen Vortrag ?innerhalb der Fries?schen Schule? in G?ttingen, der jedoch erst 1914 in den Abhandlungen der Fries?schen Schule ver?ffentlicht wird. Die Ver?ffentlichung dieses sehr grunds?tzlichen Vortrags wird nur selten ?berhaupt in Literaturlisten erw?hnt und von den Relativisten nie diskutiert. - Max Born hat in seinen Erinnerungen (Mein Leben. 1975, S. 143-147) von seinem Verh?ltnis zur Fries?schen Schule und ihrem Mentor Leonard Nelson berichtet.

1912-1914
In den weiteren drei Jahren bis zum Ausbruch des Weltkriegs erweiterte sich der Kreis der Kritiker, aber nicht dramatisch. Die Kritik der speziellen Relativit?tstheorie blieb eine Angelegenheit von ca. 48 Autoren mit ca. 105 Ver?ffentlichungen innerhalb der akademischen Wissenschaften.

Die Summe der Kritik
Die rund hundert kritischen Arbeiten enthalten eine umfassende, fundamentale und vernichtende Kritik der speziellen Relativit?tstheorie, der die Relativisten nichts als Beschwichtigungen, Ausfl?chte und Gegenbehauptungen entgegengesetzt haben.

1908 M. Abraham: Zeitbegriff
ABRAHAM, MAX:
Theorie der Elektrizit?t [Bd. 2] : Elektromagnetische Theorie der Strahlung. 2. Aufl. Leipzig: Teubner, 1908. 404 S. - Vorwort: Juli 1908.

S. 368-369: Einsteins ?Forderung? der C-Konstanz und das Relativit?ts-?Postulat? und die daraus abgeleitete Zeitdefinition f?hren zu ?nicht annehmbaren? Konsequenzen: ?sie machen es notwendig, die Einsteinsche Zeitdefinition abzulehnen? (S. 368-369). Die Dauer eines Vorganges ist unabh?ngig davon, ob sie ?in der Skala der allgemeinen Zeit oder in der Ortszeitskala gemessen wird? (S. 369); das Postulat der C-Konstanz mu? fallen. - Vgl. Fehler B 1 - 3.

1910 O. Berg: Relativit?tsprinzip, Minkowski-Welt
BERG, OTTO:
Das Relativit?tsprinzip der Elektrodynamik / Otto Berg.
In: Abhandlungen der Fries?schen Schule. NF. Bd 3, H. 2. 1910, S. 333-382 (= S. 1-50).

In der Theorie soll ein spezieller physikalischer Vorgang, n?mlich die Lichtausbreitung, besondere Bedeutung erhalten durch die Behauptung der Lichtgeschwindigkeit (C) als f?r jeden Beobachter gleich (C-Konstanz) und als gr??te anzutreffende Geschwindigkeit ?berhaupt (C-Maximalit?t). F?r die behauptete C-Maximalit?t gibt es keinerlei Anhaltspunkt; sie kann jederzeit durch die Messung einer h?heren Geschwindigkeit widerlegt werden (S. 377).

Auch die C-Konstanz ist durch die Erfahrung nicht begr?ndet. (S. 37cool. - Der MMV hat keineswegs den absoluten Wert f?r C gemessen (S. 380). - Ergebnis: MMV beweist nichts ?ber die C-Konstanz, andere experimentelle Best?tigung fehlt; das RP ist nicht aus der Erfahrung hergeleitet, kann weder best?tigt noch widerlegt werden (S. 382). - Liefert zur Einf?hrung eine ausgezeichnete Problemgeschichte der Elektrodynamik (S. 336-357). Nach Mohorovicic 1925 (Kl?rung) ist dies die erste kritisch zusammenfassende Darstellung ?berhaupt. - Vgl. Fehler B 1 - 5.

1911 Einstein: Vortrag in Z?rich
EINSTEIN, ALBERT:
Die Relativit?tstheorie.
In: Naturforschende Gesellschaft in Z?rich. Vierteljahrsschrift. 56. 1911, H. 1/2, S. 1-14.

?bertr?gt den behaupteten Effekt der Zeitdilatation auf Lebewesen (S. 12): ?Wenn wir z.B. einen lebenden Organismus in eine Schachtel hineinbr?chten und ihn dieselbe Hin- und Herbewegung ausf?hren lassen wie vorher die Uhr, so k?nnte man es erreichen, dass dieser Organismus nach einem beliebig langen Fluge beliebig wenig ge?ndert wieder an seinen urspr?nglichen Ort zur?ckkehrt, w?hrend ganz entsprechend beschaffene Organismen, welche an den urspr?nglichen Orten ruhend geblieben sind, bereits l?ngst neuen Generationen Platz gemacht haben.? ?Dies ist eine unabweisbare Konsequenz der von uns zugrundegelegten Prinzipien, die die Erfahrung uns aufdr?ngt.?

Damit ist Albert Einsteins Urheberschaft f?r die phantastische Zuspitzung zum Zwillings-Fehler - von den Relativisten gern zum ?Paradoxon? hochstilisiert - dokumentiert. Die Kritik hat die Unhaltbarkeit der Zeitdilatation dargetan; umso leichter ist die Ausmalung der Zwillingsgeschichte zu behandeln. Vgl. Fehler D 9.

1911 M. v. Laue: Erste Monographie
LAUE, MAX V.:
Das Relativit?tsprinzip / von M. Laue. Braunschweig: Vieweg, 1911. 208 S. (Die Wissenschaft. 38.) - 2. Aufl. 1913.

Das Vorwort des ?berzeugten Relativisten der ersten Stunde vom Mai 1911 beweist eine n?chterne und faire Beurteilung der Lage der Theorie und ist deshalb beachtenswert:

?Manche Forscher, darunter auch Tr?ger sehr bekannter Namen, halten ihre empirische Begr?ndung f?r nicht hinreichend fest. Bedenken dieser Art ist nat?rlich nur durch weitere Versuche abzuhelfen; immerhin legt das vorliegende B?chlein Wert auf den Nachweis, da? z. B. kein einziger empirischer Grund gegen diese Theorie vorhanden ist. Weit gr??er aber ist die Zahl derjenigen, welche sich mit ihrem gedanklichen Inhalt nicht befreunden k?nnen, denen namentlich die Relativit?t der Zeit mit ihren manchmal in der Tat recht paradox aussehenden Konsequenzen unannehmbar erscheint.?

Die Erkenntnis, da? nur ?weitere Versuche? mit entsprechendem Ergebnis die Theorie st?tzen k?nnen, ist sp?ter in Vergessenheit geraten. Die Relativisten haben ab 1922 andere Mittel gefunden.
(Zitatende)




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12.01.2007 09:48 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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10. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1911 E. Gehrcke: Grenzen des Relativit?tsprinzips

GEHRCKE, ERNST:
Bemerkungen ?ber die Grenzen des Relativit?tsprinzips [Teil 1. 2]
In: Deutsche Physikalische Gesellschaft. Verhandlungen. 13. 1911, S. 665-669. Teil 2: S. 990-1000.
Abgedr. in: Gehrcke: [Sammlung] Kritik der Relativit?tstheorie. 1924.

Bestreitet grunds?tzlich die allgemeine Geltung des Relativit?tsprinzips, weil absolute Bewegungen nachweisbar sind: alle Rotationen sind absolute Bewegungen; Beweis: Zentrifugalkr?fte und der Widerstand der Rotationsachse gegen eine Lagen?nderung (Kreisel). Deshalb ist das Relativit?tsprinzip nicht allgemein g?ltig, sondern nur f?r den seltenen Fall der Inertialsysteme. - Lehnt die rein kinematische Behandlung ab, weil nur die Einbeziehung aller Aspekte die Wirklichkeit erkennen l??t. Verweist auf jederzeit im Labor durchf?hrbare Demonstration: man l??t zwei runde Scheiben nebeneinander rotieren; physikalisch macht es einen gro?en Unterschied, ob wir die eine oder die andere Scheibe als ruhend annehmen, womit die Ung?ltigkeit des Relativit?tsprinzips f?r andere als inertiale Bewegungen erwiesen ist.


1912 M. Abraham: Einstein gibt Unhaltbarkeit der SRT zu

ABRAHAM, MAX:
Relativit?t und Gravitation: Erwiderung auf eine Bemerkung des Hrn. A. Einstein / Max Abraham.
In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 38 (= 343). 1912, S. 1056-1058.
Erwidert eine Kritik Einsteins, S. 355 u. 443. - Anschlie?end eine Stellungnahme Einsteins, S. 1059.

Einstein hat bereits 1911 ?einen Einflu? des Gravitationspotentials auf die Lichtgeschwindigkeit? angenommen und damit ?das f?r seine fr?here Theorie wesentliche Postulat der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgegeben? (S.1056). - K?rzlich hat Einstein auch die Invarianz der Bewegungsgleichungen bei Lorentz-TF aufgegeben und ?damit der Relativtheorie den Gnadensto? versetzt. Abraham begr??t es ?mit Genugtuung .., da? ihr Urheber selbst sich nunmehr von ihrer Unhaltbarkeit ?berzeugt hat? (S. 1056). - Wenn Gravitation die Lichtgeschwindigkeit beeinflu?t, dann sind auch zwei Bezugssysteme nicht mehr gleichberechtigt, von denen eines in dem Gravitationsfeld ruht und das andere sich gleichf?rmig bewegt (S. 1057). - Die SRT hat "besonders auf die j?ngsten mathematischen Physiker? eine faszinierende Wirkung ausge?bt und dadurch den Fortschritt der Physik gehemmt (S. 1056).
(Zitatende)





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13.01.2007 07:56 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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11. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1912 E. H. Kennard: Unipolarinduktion

KENNARD, EARLE HESSE:
Unipolar induction. In: London, Edinburgh, and Dublin philosophical magazine. Ser. 6, Vol. 23. 1912, Nr. 138, S. 937-941.

Weist nach, da? die Unipolarinduktion nur von der absoluten Drehung abh?ngt. Die Spezielle Relativit?tstheorie kann die Unipolarinduktion nicht erkl?ren.


1912 W. F. Magie: Principle of relativity

MAGIE, WILLIAM FRANCIS:
The primary concepts of physics. Presidential address, American Physical Society: delivered at Washington, 28. Dez. 1911, before the Physical Society and Section B of the American Association for the Advancement of Science.
In: Science. 1912, 23. Feb., S. 281-293.

S. 291-293: Das Relativit?tsprinzip ber?cksichtigt nicht die Beschleunigung; die Folgen der Beschleunigung eines Systems auf die Lichtausbreitung in ihm sind noch nicht erforscht; Rotation ist eine absolute Bewegung, charakterisiert durch Zentrifugalkr?fte und Fixierung der Rotationsachse; es fehlt dem Prinzip universelle G?ltigkeit. - Ein vierdimensionaler Raum hat keine Realit?t. - Niemand kann ernsthaft behaupten, da? der gegenw?rtige Zeitpunkt f?r einen das ?Jetzt?, f?r einen anderen die ?Zukunft? oder f?r einen anderen ?Vergangenheit? ist.


1912 M. v. Laue: Widerlegung von Einw?nden

LAUE, MAX v.:
Zwei Einw?nde gegen die Relativit?tstheorie und ihre Widerlegung.
In: Physikalische Zeitschrift. 13. 1912, 118-120.

Behandelt zwei Kritikpunkte: das behauptete Nachgehen der bewegten Uhr, zugespitzt im Zwillings-Paradoxon; und die von E. Wiechert 1911 vorgeschlagene Unterscheidung zwischen einem ?bedingten? und einem ?unbedingten? Relativit?tsprinzip.

Verlegt das Uhren-Nachgehen in die fiktive vierdimensionale Minkowski-Welt, verl??t damit den Erfahrungsraum der Physik, und will die Sache mit den ?Weltlinien? erkl?ren, als seien diese ?Weltlinien? Wege. - Zu Wiechert, der ein ? bedingtes? Relativit?tsprinzip vertritt, das ein ausgezeichnetes Bezugssystem vorsieht, das im ?ther ruht und ?berlichtgeschwindigkeiten zul??t, vertritt M. v. Laue die Gegenposition.


1913 Sammelband: Das Relativit?tsprinzip

Das Relativit?tsprinzip. / H. A. LORENTZ, A. EINSTEIN, H. MINKOWSKI; mit Anm. v. A. SOMMERFELD;
Vorw.: OTTO BLUMENTHAL. Leipzig: Teubner 1913.

Enth?lt drei Beitr?ge von Lorentz, darunter auch den Teil der Vortr?ge von 1910 in G?ttingen, der sich auf die spezielle Relativit?tstheorie bezieht und grundlegende Kritik ?bt, u. d. Titel: ?Das Relativit?tsprinzip und seine Anwendung auf einige besondere physikalische Erscheinungen?. Dieser kritische Beitrag ist auch noch in der 2. Aufl. 1915 enthalten, fehlt ab der 3. Aufl. 1920 und war in der engl. Ausgabe nie abgedruckt.


1913 M. Frischeisen-K?hler: Zeitproblem

FRISCHEISEN-K?HLER, MAX:
(1) Wissenschaft und Wirklichkeit. Leipzig (usw.): Teubner, 1912. 478 S. (Wissenschaft und Hypothese. 15.)
(2) Das Zeitproblem. In: Jahrb?cher der Philosophie. 1. 1913, S. 129-166. - Auszug abgedr. in: Hundert Autoren gegen Einstein. 1931. S. 84-85.

Wissenschaft und Wirklichkeit, S. 326: ?Das Prinzip der Relativit?t fordert ebenso wenig in der erweiterten wie in der engeren Form der klassischen Mechanik die Preisgabe des allgemeinen Zeitbegriffs, da es diesen vielmehr voraussetzt. Differieren zwei mit dem Orte synchrone Uhren verschieden bewegter Beobachter, so liegt in dem R?ckgang auf die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit immer das Mittel, die ?bereinstimmung in der allgemeinen Zeit wieder herzustellen.?

Zeitproblem, S. 148-152: Bestreitet die allgemeine Geltung des Relativit?tsprinzips, verweist hierzu auf die Rotation. Die Relativit?tstheorie befindet sich in der Krise: Einstein hat 1911 das Relativit?tsprinzip auf Inertialsysteme beschr?nkt, Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgegeben, ebenso die Invarianz der Bewegungsgleichungen bei der Lorentz-Transformation.
- S. 158-164: Die spezielle Relativit?tstheorie hebt beim Uhren-Paradoxon die Relativit?t auf; die Theorie kann (S. 164) ?die gedankliche Voraussetzung der einen Zeit nicht umgehen?.
(Zitatende)




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12. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

1913 E. Gehrcke: Einw?nde gegen die Theorie

GEHRCKE, ERNST:
Die gegen die Relativit?tstheorie erhobenen Einw?nde.
In: Die Naturwissenschaften. 1. 1913, S. 62-66.
Abgedr. in: Gehrcke: [Sammlung] Kritik der Relativit?tstheorie. 1924.
Entgegnung von M. Born: S. 92-94. - Erwiderung von Gehrcke: S. 170.

Das Relativit?tsprinzip (RP) soll nach einigen Autoren (Planck, Gr?nbaum, Ishiwara, Petzold) allgemeing?ltig sein, auch f?r Rotationen. Demgegen?ber hat Einstein mehrfach seine Position gewechselt: das RP galt bei ihm anfangs nur f?r gleichf?rmige Translation, dann auch f?r beschleunigte Translation, dann wiederum nur f?r gleichf?rmige Translation; Einstein hat es jedoch nie auf Rotation angewandt; damit besteht ein Widerspruch zwischen Einstein und den genannten Autoren, der von der Theorie selbst nicht gekl?rt wird. - RP und Zeitdefinition sind unvereinbar. - Einstein behauptet, die SRT f?hre zur Abschaffung der ?therhypothese; diese ist jedoch mit dem RP durchaus vertr?glich. - Wenn die SRT allgemeine Bedeutung haben soll, mu? sie auch die Gravitation einbeziehen. Einstein, Abraham und Nordstr?m haben dies versucht; Abraham hat dies dann jedoch f?r unm?glich erkl?rt und Einsteins diesbez?gliche Versuche (Aufgabe der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und der Invarianz der Lorentz-Transformationen) als Aufgabe der SRT bezeichnet.


1913 M. Born: Erwiderung auf Einw?nde

BORN, MAX:
(1) Zum Relativit?tsprinzip: Entgegnung auf Herrn Gehrckes Artikel ?Die gegen die Relativit?tstheorie erhobenen Einw?nde?.
In: Die Naturwissenschaften. 1. 1913, S. 92-94.

Weist E. Gehrckes Vorwurf der Massensuggestion zur?ck: die Theorie habe sogar der Kritik der Mathematiker standgehalten, und der Mathematiker Minkowski habe ihr ?ihr eigentliches formales Gewand? gegeben. Gegen den Vorwurf der logischen Fehler: gibt zu, da? A. Einstein einmal ?eine etwas nachl?ssige Formulierung? des Relativit?tsprinzips gegeben und eine unklare Stelle formuliert hat zu der Frage, was f?r Arten von Systemen von der Theorie behandelt werden. - Gegen den Einwand, die Beschr?nkung des Relativit?tsprinzips auf inertiale Bewegungen lasse Best?tigungen auf der Erde wegen der Erdrotation gar nicht zu, erkl?rt M. Born die Vernachl?ssigung sehr kleiner Effekte als in der Physik ?blich. - E. Gehrckes Einwand, das Ergebnis des Michelson-Morley-Versuchs geh?re zu den Voraussetzungen der Theorie und sei daher nicht ihre Best?tigung, beantwortet M. Born mit einer algebraischen Deduktion, als sei die physikalische Frage, was Voraussetzung f?r eine Theorie und was Folgerung aus dieser Theorie ist, wie ein mathematisches Problem zu l?sen. - E. Gehrckes drei weitere Punkte (das Uhren-Nachgehen, ?ther-Existenz, Gravitation) werden folgenderma?en beantwortet: das Uhren-Nachgehen ist zwar ?h?chst merkw?rdig?, aber Kritik daran beruhe nur auf ? alt gewohnten Anschauungen?, und der Beweis der Richtigkeit kommt aus Minkowskis geometrischer Darstellung; der Einwand bez?glich der Gravitation ?geht auf eine noch nicht v?llig gekl?rte Frage ein?. Schlu?satz: ? die logische Zul?ssigkeit der Theorie kann nicht bestritten werden.?

(2) Einw?nde gegen die Relativit?tstheorie.
In: Die Naturwissenschaften. 1. 1913, S. 191-192.

Erwiderung auf Gehrcke, S. 170. - Die Rotation ist ?relativ-theoretisch? einwandfrei behandelt. Wenn Herr Gehrcke die Literatur nicht kennt, will er, M. Born, ihm gern weitere Angaben machen. - ?Die philosophischen Grundlagen der Relativit?tstheorie haben mit seiner logischen Zul?ssigkeit nicht zu tun.? - Da? der Michelson-Morley-Versuch ?sich durch diese Theorie auf besonders einfache Art verstehen l??t, spricht in derselben Weise f?r diese Theorie, wie z. B. ...? Nach M. Born beweist der MMV also doch irgendwie die Theorie. - Zum Nachgehen der Uhren: E. Gehrcke sieht darin eine Auszeichnung des einen Systems und damit einen logischen Fehler; M. Born verweist auf ein mechanisches Modell von Cohn, anhand dessen alles klar wird. - Emp?rt sich ?ber E. Gehrckes Vorwurf der Massensuggestion: dies sei eine ?kr?nkende Behauptung?, eine ?auf kein eindringendes Studium gest?tzte Meinung?.

Die Summe f?r die Kritik: Die physikalische Theorie wird allein und letzten Endes durch Mathematik gerechtfertigt; Minkowskis ?Weltlinien? werden zu Beweiszwecken als Wege im realen dreidimensionalen Raum behandelt; der MMV soll doch irgendwie eine Best?tigung (!) der Theorie sein; f?r eine Erkl?rung des logischen Fehlers im Uhren-Nachgehen wird auf ein mechanisches Modell von Cohn verwiesen, im ?brigen kommt die Kritik nur aus alten Anschauungen, und f?r die Rotation wird auf die Literatur verwiesen. - F?r die Kritik ?ndert sich nichts: der Kritiker wird als altmodisch abgetan, gerade die Mathematik kann eine physikalische Theorie nicht beweisen, Minkowskis ?Weltlinien? sind keine Wege im Raum, der MMV geh?rt durch ?bernahme der Lorentz-Transformationen zu den Voraussetzungen, und logische Fehler kann man nicht durch Mechanik entsorgen. Nichts an der Theorie ist zu rechtfertigen; vgl. Kapitel 2: Fehler-Katalog.
(Zitatende)




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13. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1913 C. Gutberlet: Streit um die Relativit?tstheorie

GUTBERLET, CONST.:
Der Streit um die Relativit?tstheorie.
In: Philosophisches Jahrbuch. (G?rres-Ges.) 26.1913, S. 328-335.

Referiert die kontroversen Stellungnahmen von Gehrcke und Born 1913 u. a. Autoren. - Fazit: Die Theorie selbst ist offensichtlich widerspr?chlich, sie widerspricht (S. 331) ?den klarsten logischen S?tzen, was begeisterte Anh?nger derselben auch zugeben, weshalb sie erkl?ren, sie stehe ??ber Wahr und Falsch?, er?ffne einen Abgrund vor unserem Denken.? - Absolute Bewegung ist ?berhaupt nicht zu ?bersehen; die Menge aller gleichzeitig beobachtbaren Bewegungen beweist, da? es absolute Bewegung geben mu?; es ist (S. 333) ?ein grober Fehlschlu?, aus der Unm?glichkeit einer genauen Bestimmung der Richtung und Schnelligkeit absoluter Bewegung auf die Notwendigkeit bloss relativer Bewegung zu schlie?en.? ? Der neue Zeitbegriff ist unsinnig. Bestreitet die M?glichkeit, eine reale Zeitdilatation mathematisch zu beweisen.


1913 Sagnac: ?ther-Drift

SAGNAC, GEORGES:
L??ther lumineux d?montr? par l?effet du vent relatif d??ther dans un interf?rom?tre en rotation uniforme.
In: Acad?mie des Sciences. Paris. Comptes rendus. 157. 1913, S. 708-710.
Forts. S. 1410-1413: Sur la preuve de la r?alit? de l??ther lumineux par l?exp?rience de l?interf?rographe tournant.
Engl. ?bers. in: The Einstein myth and the Ives papers [The luminiferous ether demonstrated by the effect of the relative motion of the ether in an interferometer in uniform rotation].

Hat mit einem rotierenden Interferometer Laufzeitunterschiede nachgewiesen, womit die letzten Beobachtungsergebnisse von Morley / Miller (1902/03: 10 km/sec; 1904: 7,5 km/sec) prinzipiell best?tigt sind. Da Sagnacs Laufzeitunterschiede von der Umdrehungszahl seines Interferometers abh?ngen, sind sie schwer zu vergleichen mit den Ergebnissen von Morley / Miller.


1914, Mai, W. K. Wien: Gewaltma?nahmen

WIEN, WILHELM KARL:
Ziele und Methoden der theoretischen Physik: Festrede zur Feier d. 332-j?hrigen Bestehens
d. Univ. W?rzburg, 11. Mai 1914.
Zitiert nach Abdruck in: Wien, W. K.: [Sammlung] Aus der Welt der
Wissenschaft. 1921, S. 150-171; hierzu Fu?noten 47-48, S. 301-302.
Erstver?ffentlichung in: Jahrbuch der Radioaktivit?t und Elektronik. 12. 1915, S. 241.

Beklagt (bereits 1914) die in der Physik aufgetretene ?scharfe Trennung von Theorie und Experiment?. ?Der Physiker, der nie etwas anderes als Theorie getrieben hat, l?uft Gefahr, sich in k?nstlichen und spitzfindigen Spekulationen zu verlieren, ohne die Zurechtweisung zu erfahren, welche die Natur ihren Beobachtern immer aufs neue angedeihen l??t? (S. 151).

- Die Leistung des Theoretikers beruht auf der Gestaltungskraft seines Geistes. Er kann zun?chst ?seiner Phantasie ... v?llig freien Spielraum gew?hren. F?r eine rein theoretische Wissenschaft kann demnach der Willk?r T?r und Tor offen stehen. [...] Wo rein qualitative Theorien aufgestellt werden [, hat] h?ufig jeder Forscher seine besondere Theorie.? ?Auch in der Physik gibt es Gebiete, wo in dieser Weise theoretisiert wird und wissenschaftliche Neuerungen sich nicht beweisen lassen, sondern durch Gewaltma?nahmen aufgedr?ngt werden sollen? (S. 152-153). - Die Absicherung der rein qualitativen Theorien der Theoretiker kann nur erfolgen durch die quantitative ?berpr?fung: durch diese Forderung ?wird die Freiheit des theoretischen Physikers gewaltig eingeschr?nkt? (S. 153). - Die Pers?nlichkeit des Forschers kann gro?e Autorit?t gewinnen und dann die Entwicklung eventuell auch ung?nstig beeinflussen: z.B. hat Newtons Autorit?t hundert Jahre lang die Wellentheorie des Lichts von Huygens verdr?ngt (S. 155). - H?lt die SRT mit Aufgabe der absoluten Zeit und deren Behandlung als imagin?re vierte Raumdimension f?r ungewi? (S. 157); wenn die Ablenkung des Lichts durch Gravitationsfelder experimentell best?tigt w?rde, so k?nnte die Lichtgeschwindigkeit nicht unver?nderlich sein, und der SRT w?re der Boden entzogen: ?Die heutige theoretische Physik [kann] leicht den Eindruck eines Chaos machen, eines Tr?mmerfeldes zerschlagener Theorien? (S. 15cool.

Eine der fr?hesten Klagen (1914!) ?ber ?Gewaltma?nahmen? zum Aufdr?ngen von unbewiesenen ?wissenschaftlichen Neuerungen?, vorgetragen in der Festrede f?r eine Universit?t. Das von Wien (1914!) an die Wand gemalte Menetekel der gravitativen Lichtablenkung als Ruin der SRT wird Albert Einstein demn?chst (1916) als Beweis f?r seine neue ART postulieren.


1914 Lorentz: Vorlesungen in Teylers Stiftung

LORENTZ, HENDRIK ANTOON:
Das Relativit?tsprinzip: 3 Vorlesungen, gehalten in Teylers Stiftung zu Haarlem. Leipzig (usw.): Teubner 1914. 52 S.
Originaltext: Het relativiteitsbeginsel: voordrachten gehouden [in Teyler?s Stichting] in Maart 1913 / bewerkt door W. H. Keesom. In: Archives du Mus?e Teyler. Ser. 3, Vol. 2. 1914, S. 1 - 60.

Die 2. Vorlesung er?rtert zun?chst Fragen der Elektrodynamik und der Gravitation, diskutiert dann die Bedeutung des Relativit?tsprinzips. L??t die ?schon ?fters genannten Beobachter A und B ihre Gedanken austauschen? (S. 22): ?Dann wird zwischen ihnen eine Diskussion eintreten k?nnen ?ber die Frage, wer von beiden sich bewegt hat und wer nicht. Es ist klar, da?, wenn nichts anderes da ist als sie und ihre Laboratorien, diese Frage sinnlos ist? (S. 22). Man ben?tigt also ein Drittes als Bezugssystem: aber auch bei Annahme z.B. eines ?thers k?nnten A und B die Frage, wer von beiden sich relativ zum ?ther bewegt, nicht entscheiden. ?Weiter k?nnten sie ?ber ihre Messungen debattieren. A k?nnte zu B sagen: ich habe deutlich gesehen, da? Ihre Ma?st?be k?rzer waren als die meinen. B sagt dann aber dasselbe zu A, und die Diskussion w?re wieder hoffnungslos.? (S. 22). ?Ihre Systeme der Zeitmessung k?nnten zu einer ?hnlichen Diskussion Anla? geben. In einen heftigen Wortstreit k?nnten sie geraten wegen der Frage, ob bestimmte Erscheinungen gleichzeitig seien oder nicht.? (S. 22) ?Sollten die Beobachter den Zeitbegriff als etwas Prim?res, etwas ganz vom Raumbegriff Getrenntes betrachten wollen, so w?rden sie wohl erkennen, da? eine absolute Gleichzeitigkeit existiert; ...? (S. 23) Des weiteren kritisiert er die ?Abschaffung des ?thers?, weil es keinen gro?en Unterschied macht, ?ob man vom Vakuum oder vom ?ther spricht? (S. 23) und zieht dann Bilanz: ? Es ist gewi? merkw?rdig, da? diese Relativit?tsbegriffe, auch was die Zeit betrifft, so schnell Eingang gefunden haben.? (S. 23).
(Zitatende)




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14. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

1914 P. Bernays: Ver?ffentlichung des Vortrags von 1911

BERNAYS, PAUL:
?ber die Bedenklichkeiten der neueren Relativit?tstheorie: (Umarbeitung eines im Juni 1911 gehaltenen Vortrags innerhalb der Fries?schen Schule). In: Abhandlungen der Fries?schen Schule. Bd. 4, H. 3. 1914, S. 457-482.

Vor der Bestimmung der Gleichzeitigkeit mu? man einen Begriff davon entwickeln: erst danach kann man eine physikalische Methode zur Bestimmung von Gleichzeitigkeit entwickeln; die SRT nimmt irrt?mlich das Gegenteil an (S. 476). - Zwischen Raum und Zeit besteht keine durchg?ngige Analogie: im Raum sind alle Richtungen gleichberechtigt; die Zeit dagegen hat eine ausgezeichnete Richtung; deshalb sind beide nicht gleichberechtigt (S. 477). - Der zeitlichen Aufeinanderfolge entsprechen Kausalzusammenh?nge; dem r?umlichen Nebeneinander entspricht keine physikalische Verkn?pfung (S. 477-47cool. - Es gibt keinen Grund, die bisherigen Raum- u. Zeitbestimmungen zu bezweifeln. Das Relativit?tsprinzip ist grunds?tzlich abzulehnen (S. 482).


1914 E. Budde: Relativit?tsprinzip

BUDDE, E.:
Kritisches zum Relativit?tsprinzip [Teil 1. 2]. In: Deutsche Physikalische Gesellschaft. Verhandlungen. 16. 1914, S. 586-612; 914-925.

In jeder Messung wird eine ?Einheit? und eine ?Ma?zahl? angegeben; z.B. die ?objektive L?nge? eines K?rpers bleibt unver?ndert, sie kann mit frei gew?hlten ?Einheiten? gemessen werden, die Ma?zahl ergibt sich bei der Messung. Die Ma?zahl kann mitgeteilt werden; die Einheit ? kann nicht mitgeteilt werden, sondern mu? dem, der sie gebrauchen soll, anschaulich vorgezeigt werden. Deshalb versendet man Kopien des Einheitsprototyps? (S. 58cool. ? In Gleichungen gehen immer nur diese Ma?zahlen ein? (S. 58cool. - Deckt die physikalische Problematik der Transformationen auf: zur Durchf?hrung von Messungen m?ssen in allen Systemen konkrete Kopien der ?Einheitsprototypen? vorhanden sein; auch deren objektive Unver?nderlichkeit ist Voraussetzung. Folglich erkennt Budde die Realit?t der L?ngenkontraktion nicht als nachgewiesen an; keinesfalls kann sie durch die Transformationen bewiesen werden: der unerl??liche konkrete ?Einheitsprototyp? ist der Stolperstein der Theorie. ? Budde deckt das Geheimnis der Theorie auf: auch sie hat ihr absolut ? ruhendes? System, das sie offiziell f?r unm?glich erkl?rt.

Teil 2:
Auch zur Zeitmessung sind Einheit und Ma?zahl zu unterscheiden. Uhren sind Me?instrumente, die eine Regulierung und eine Einstellung erfordern, die abgelesen werden kann; eine blo? periodische Bewegung ist noch keine Uhr. - Zum Uhrenparadoxon werden stillschweigend zwei Voraussetzungen gemacht: die zweite besagt, da? eine im bewegten System K richtig regulierte und eingestellte Uhr nach dem Transport in ein System K? dort ihren Gang ?automatisch? so ?ndert, da? sie in diesem System richtig geht; ?es liegt keinerlei Grund f?r die Annahme vor, sie m?sse sich so ?ndern, da? sie unter den neuen Verh?ltnissen gleichfalls richtig geht? (S. 916). - Erinnert zum Zwillingsparadoxon daran, da? Einstein in seiner Uhren-Synchronisierung ?nicht die Uhr durch die Zeit bestimmt ..., sondern die Zeit durch die Uhr, und die Regulierung sowie die Einstellung der Uhr ist unter allen Umst?nden ein willk?rlicher Akt, der nicht an der objektiven Zeit T, sondern nur an der Zeitma?zahl t vorgenommen werden kann? (S. 918-919). Mit dieser willk?rlichen Regulierung kann die objektive Zeit nicht ver?ndert werden: ?Der Organismus in der Schachtel lebt nach objektiver Zeit? (S. 919). - Die stillschweigend angenommene automatische Umregulierung der Uhr im anderen System ist von Budde erstmalig aufgedeckt worden. Mit dem wichtigen Hinweis, da? Einstein die Zeit durch die Uhr bestimmt (!) und jede Uhr-Regulierung ein willk?rlicher Akt ist, wird der Trick gezeigt, mit dem Einstein glaubt, die ?objektive Zeit? abzuschaffen.


1914 L. Gilbert: Relativit?tsprinzip, j?ngste Modenarrheit

GILBERT, LEO:
Das Relativit?tsprinzip, die j?ngste Modenarrheit der Wissenschaft: und die L?sung des Fizeau-Problems / Widmung an Rudolf Goldscheid. Brackwede i.W.: Breitenbach 1914. 124 S. (Wissenschaftliche Satyren. 1.)
Ausz?ge in: Hundert Autoren gegen Einstein. 1931, S. 86-88.
Ausz?ge, engl., in: Monist. 24. 1914, 288-309: A satire on the principle of relativity.


1914 L. T. More: Units of measure, principle of relativity

MORE, LOUIS TRENCHARD:
The units of measure and the principle of relativity.
In: The Monist. Chicago. 24. 1914, S. 225-258.

S. 249: Die spezielle Relativit?tstheorie arbeitet nicht nur mit dem (1) Relativit?tsprinzip und dem (2) Prinzip der absoluten Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, sondern mit zwei weiteren Prinzipien, die nicht aus den beiden ersten abgeleitet werden k?nnen, aber ben?tigt werden: (3) Einsteins Definition der Zeit; und die (4) Annahme der atomaren Natur der Elektrizit?t. - Das 1. Prinzip gilt nur f?r Bewegungen von K?rpern, nur bei v?lliger Symmetrie, und nur ohne Energieaustausch zwischen den K?rpern. - F?r das 2. Prinzip m?ssen Weg und Zeit des Lichts gemessen werden, um seine Geschwindigkeit zu berechnen - anschlie?end sollen damit Wege und Zeiten ver?ndert werden. - Zwischen 1. und 2. Prinzip besteht ein absoluter Widerspruch.


1914 M. B. Weinstein: Relativit?tslehre

WEINSTEIN, MAX BERNHARD:
Die Relativit?tslehre und die Anschauung von der Welt.
In: Himmel und Erde. 26. 1914, S. 1-14.

Die Einf?hrung des Relativit?tsprinzips ist ein Ungl?ck f?r die Wissenschaft insofern (S. 1), ?als die Bedeutung dieses Prinzips ... so ins ungemessene ausgedehnt worden ist, da? zu den t?richtesten Behauptungen eine unertr?gliche Unduldsamkeit gegen anders Meinende sich gesellt hat, die fast einem mittelalterlichen Glaubenszwang gleicht.? - S. 7: ? Einstein hat diese seine erste Relativit?tstheorie neuerdings zugunsten einer allgemeineren solchen Theorie aufgegeben.? - S. 13: ?Zuletzt eine Frage, wegen deren Stellung schon die Relativiker einen unbesehen verbrennen m?chten. Ist denn das Relativit?tsprinzip ?berhaupt n?tig? ... Pers?nlich mu? ich die Frage verneinen.?


1914 Spezielle Relativit?tstheorie: bisherige Verlustliste

Bis zum Beginn des Weltkrieges mu?te die Theorie folgende Abstriche machen:

(1) Die Interferometer-Versuche von Michelson / Morley / Miller haben 1887, 1902/03 und 1904 Erdgeschwindigkeiten zwischen 5 km/sec und 10 km/sec ergeben und damit der Theorie die Grundlage entzogen.

(2) Albert Einstein hat wegen der Wirkung der Gravitation auf das Licht die absolute Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aufgegeben.

(3) Albert Einstein hat die Invarianz der Bewegungsgleichungen bei Lorentz-TF aufgegeben.

(4) Es gibt keinerlei empirische Best?tigung f?r die behaupteten Effekte der Kinematik.


1915 ?Kultur der Gegenwart?, Teil 3, Abt. 3, Bd. 3

In diesem ?bersichtswerk sind 6 Beitr?ge abgedruckt, die auch die spezielle Relativit?tstheorie behandeln. Davon sind 2 Beitr?ge der Kritik gewidmet:
S. 1-78: J. E. Wiechert
S. 517-574: O. H. Wiener

In einer redaktionellen Fu?note wird der Beitrag von E. Wiechert, der die Theorie ablehnt, bereits als ?abweichende Auffassung? bezeichnet, n?mlich von der Darstellung A. Einsteins abweichend. Damit wird klargemacht, was die ?herrschende Auffassung? sein soll.


1915 Wiederabdruck von W. Voigt 1887: Transformationsgleichung

VOIGT, WOLDEMAR:
?ber das Dopplerische Prinzip.
In: Physikalische Zeitschrift. 16. 1915, S. 381-386.
Abdruck der Arbeit von 1887, mit einer Begr?ndung der Redaktion:

?Die Geburtstagsfeier des Relativit?tsprinzips veranla?t die Redaktion den Lesern ... einen gelegentlich in Vergessenheit geratenen, sehr fr?hzeitigen Vorl?ufer desselben vorzulegen. Tats?chlich wird in dieser ... Notiz die grundlegende Transformation der optischen Differentialgleichung schon klar formuliert.?

Au?erdem hat Voigt Zus?tze eingef?gt; S. 383: ?Dies ist bis auf den f?r die Anwendungen irrelevanten Faktor q genau die Lorentz -Transformation vom Jahre 1904.?
(Zitatende)




Beste Gr??e Ekkehard Friebe

(Fortsetzung folgt)

17.01.2007 09:25 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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15. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie



Zitat:

1915 P. Duhem: La science allemande

DUHEM, PIERRE:
Quelques r?flexions sur la science allemande.
In: Revue des deux mondes. Paris. Ann?e 85, P?r. 6, T. 25. 1915, S. 657-686.
Abdruck in: Duhem: La science allemande. 1915, S. 101-143.

Erkennt die Bedeutung und ?berlegenheit der deutschen Mathematiker an (in der Zeitschrift geht dem Beitrag von Duhem ein Beitrag von Felix Klein voran). Kritisiert die Reduktion der Geometrie auf die Algebra: die Reduktion des Raumpunktes auf ein ?ensemble de trois nombre? (S. 667); ebenso die Erh?hung der Zahl der Dimensionen des Raumes als rein mathematische Operation. Deutsche Professoren pflegen ihre Deduktionen oft einzuleiten mit ?Wir wollen und k?nnen setzen ...? Damit wird die Wissenschaft zu einem Akt des freien Willens, des Wunsches und des Wohlgefallens (libre arbitre; volont?; bon plaisir); die Physik wird reduziert auf eine Folge algebraischer Deduktionen. Damit verliert eine derartige Physik den Bezug zur Wirklichkeit, um deren realistische Erfassung sich der ?sens commun? bem?ht. - Das Null-Ergebnis des Michelson-Morley-Versuches m??te (1915!) erst noch best?tigt und richtig interpretiert werden: die deutschen Physiker haben die Theorie bereits dem Ergebnis des MMV angepa?t. - Das Relativit?tsprinzip der SRT ist eine Sch?pfung aus dem Geist der Geometrie; es schafft eine Verbindung zwischen Raum und Zeit, die unseren Erfahrungen widerspricht. Raum und Zeit sind unabh?ngig voneinander. Unsere Vernunft kann keine notwendige Beziehung zwischen Raum und Zeit erkennen, z. B. zwischen dem Weg, den ein K?rper zur?cklegt, und der Zeit, die er daf?r ben?tigt. Daher gibt es keinen Grund, eine Maximalgeschwindigkeit anzunehmen; alle Begrenzungen sind nur die Grenzen des Ingenieurs. Die beiden Prinzipien der SRT verw?sten (d?vastation) die Theorien der Mechanik und der Physik, und der geometrische Geist der Deutschen will freudig (? coeur joie) eine ganz neue Physik auf den Prinzipien der SRT aufbauen. Wenn diese neue Physik, die jegliche Erfahrung verachtet, gegen alle Beobachtungen und Erfahrungen der Erd- und Himmelsmechanik verst??t, so werden die Vertreter der reinen Deduktion um so stolzer sein auf die unbeugsame Rigorosit?t, mit der sie die ruin?sen Konsequenzen ihrer Postulate durchgesetzt haben.

Die deutsche Relativistik neigt dazu, ?u?erungen von Franzosen in den Jahren des Ersten Weltkriegs als feindliche, anti-deutsche Propaganda hinzustellen, ohne Bedeutung f?r die Physik. Deshalb wird die sehr klarsichtige und differenzierte Kritik Duhems - man kann wohl sagen: grunds?tzlich - nie referiert und nicht diskutiert. Seine Kritik unterscheidet sich nicht von den Argumentationen der Kritiker in anderen L?ndern.
(Zitatende)




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18.01.2007 10:24 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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Ekkehard Friebe zitierte am 18.01.2007 um 10:24 Uhr folgende Textstelle:


Zitat:

Die deutsche Relativistik neigt dazu, ?u?erungen von Franzosen in den Jahren des Ersten Weltkriegs als feindliche, anti-deutsche Propaganda hinzustellen, ohne Bedeutung f?r die Physik. Deshalb wird die sehr klarsichtige und differenzierte Kritik Duhems - man kann wohl sagen: grunds?tzlich - nie referiert und nicht diskutiert.
(Zitatende)



Hierzu m?chte ich auf zwei bemerkenswerte Ausnahmen aufmerksam machen:
Professor Dr. Wilfried Kuhn vom Institut f?r Didaktik der Physik der Universit?t Gie?en hat in folgenden zwei Arbeiten ausf?hrlich auf Pierre Duhem hingewiesen:

KUHN, W. (1983): ?Das Wechselspiel von Theorie und Experiment im physikalischen Erkenntnisproze?,
DPG-Didaktik-Tagungsband 1983, S. 416 - 438.
http://www.ekkehard-friebe.de/Kuhn1983.htm
UND:
KUHN, W. (1984): ?Wissenschaftstheorie und Didaktik der Physik?,
DPG-Didaktik-Tagungsband 1984, S. 1 - 25.
http://www.ekkehard-friebe.de/KUHN1984.htm

Ich zitiere zun?chst aus der Arbeit von Kuhn aus dem Jahr 1983:


Zitat:

Ebenso unterzog der franz?sische Physiker und Wissenschaftstheoretiker PIERRE DUHEM in seinem 1908 erschienenen Werk ?Ziel und Struktur der physikalischen Theorien? die Methode NEWTONs einer sehr kritischen Analyse. Auf zwei Punkte soll etwas n?her eingegangen werden.

2.3.1 Die generalisierende Induktion
NEWTONs Vorgehen erweckte den Anschein, er habe durch ?generalisierende Induktion? aus den drei KEPLERschen Gesetzen das Prinzip der allgemeinen Gravitation gefunden. Die KEPLERschen Gesetze sind kinematische Gesetze, in denen Kr?fte und Massen nicht in dem Zusammenhang wie im Gravitationsgesetz vorkommen.

DUHEM bemerkt dazu:
?Das Prinzip der allgemeinen Gravitation kann daher keineswegs durch Generalisation und Induktion aus den Beobachtungsdaten, die KEPLER formuliert hatte, abgeleitet werden; es widerspricht vielmehr in aller Form diesen Gesetzen. Wenn die Theorie von NEWTON richtig ist, sind die KEPLERschen Gesetze notwendigerweise falsch? (7).
Weiterhin sei betont, da? die KEPLERschen Gesetze keineswegs einfach ?Beobachtungsdaten? sind. Geleitet von metaphysischen Hintergrunds?berzeugungen hat KEPLER sie durch unlogische Handhabung seiner ?Hypothesis vicaria? (Ersatzhypothese) und problematischen ad-hoc-Annahmen in nichtlogischer Weise gegen jede wissenschaftstheoretische Vernunft in geradezu ?nachtwandlerischer Weise? gefunden.

2.3.2 Das ?Experimentum crucis?
Der dritte Schritt in NEWTONs Methode betrifft die M?glichkeit, durch ein Experiment eine Entscheidung zwischen zwei sich widersprechenden oder konkurrierenden theoretischen Konzepten herbeizuf?hren. Auch hier hat DUHEM gezeigt, da? eine solches ?Experimentum crucis? prinzipiell nicht m?glich ist.
Im 19. Jahrhundert, und z. T. auch heute noch, wurde weithin angenommen, FOUCAULTs Experiment, in dem festgestellt wurde, da? die Lichtgeschwindigkeit in Luft gr??er als in Wasser ist, sei ein solches ?Experimentum crucis?, das zwischen der Korpuskulartheorie des Lichtes von NEWTON und der Wellentheorie von HUYGENS entscheiden k?nne. Man glaubte dieses Experiment als Rechtfertigung der Wellentheorie ansehen zu k?nnen.
Ist es dies wirklich?
Die Vorhersage der Korpuskulartheorie, da? die Lichtgeschwindigkeit im Wasser gr??er als in Luft ist, basiert auf einer ganzen Gruppe von Hypothesen, wobei die Emissions-Hypothese, welche das Licht als Teilchenstrom interpretiert, nur eine Pr?misse darstellt. Daneben stehen Hypothesen ?ber die Wechselwirkung der Lichtkorpuskel mit verschiedenen Medien. Analog werden in der Wellentheorie Hypothesen ?ber die Ausbreitung von Wellen in verschiedenen Medien postuliert, die sich wieder auf eine Menge von Annahmen st?tzen, welche dann nach einer langen Argumentationskette die Aussage implizieren, da? die Lichtgeschwindigkeit in Luft gr??er als in Wasser sein sollte.
Wenn man also die Wahrheit der Hilfshypothesen voraussetzt, kann man aus dem Ausfall des FOUCAULT-Experimentes daher nur den Schlu? ziehen, da? nicht s?mtliche Hypothesen der Korpuskeltheorie richtig sind. Mindestens eine mu? falsch sein. Aber das FOUCAULT-Experiment sagt nichts dar?ber aus, welche es ist.

DUHEM kommt daher zu dem Schlu?, ?da? der Physiker niemals eine isolierte Hypothese, sondern immer nur eine ganze Gruppe von Hypothesen der Kontrolle des Experiments unterwerfen kann?.
Geradezu prophetisch liest sich seine Feststellung:
?Licht kann ein Schwarm von Projektilen, es kann eine Schwingungsbewegung sein, ist es ihm deshalb verboten, irgend etwas beliebig Anderes zu sein?? (7).

Der Photoeffekt zeigt jenes ?Dritte?, wie FEYNMAN einmal treffend die Situation charakterisiert hat. Aber auch der Photoeffekt ist kein ?Experimentum crucis? nun gegen die Wellentheorie des Lichtes. Er deutet lediglich darauf hin, da? im System der Grundannahmen der klassischen Wellentheorie ganz bestimmte Modifikationen notwendig sind, die ja dann auch in der Tat im Rahmen der Quantenelektrodynamik durch Quantisierung der Feldgr??en vorgenommen wurde.

TH. KUHN vertritt die These, da? grunds?tzlich Experimente nicht eigentlich der ?berpr?fung einer Theorie dienen, sondern die ?bereinstimmung von Theorie und Beobachtung ein Kriterium f?r die Angemessenheit und G?te der verwendeten experimentellen Techniken und Instrumente sei (cool.

Quelle:
(7) DUHEM, P.: ?Ziel und Struktur der physikalischen Theorie?, Leipzig 1908 und Hamburg, 1976.
(Zitatende)




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Fortsetzung zu

Pierre Duhem und Wilfried Kuhn

Nun folgt ein Zitat aus der Arbeit von Kuhn aus dem Jahr 1984:


Zitat:

3.6 Der Realit?tsbezug physikalischer Theorien und Modelle

P. DUHEM
hat in seiner Untersuchung ?ber ?Ziel und Struktur physikalischer Theorien? (5) klar herausgestellt, da? Theorien die Wirklichkeit nicht w?rtlich oder vollst?ndig, sondern immer nur unvollst?ndig symbolisch abbilden. Sie enthalten begriffliche Elemente, die wesentlich ?ber die Beobachtung hinausgehen. Theorien arbeiten dabei mit Modellvorstellungen, die auf die Erfassung der Realit?t zielen. Solche Modelle sind ein entscheidendes Hilfsmittel bei der Erfindung, Anwendung und Weiterentwicklung physikalischer Theorien. Sie sind vereinfachte Kandidaten (Repr?sentanten) der Realit?t. Da Modelle als ein konstituierendes Element von Theorien gleichsam die begriffliche Skizze des Objektbereichs sind, dessen Existenz die Theorie behauptet, ist eine Modelldiskussion nicht zu l?sen von grunds?tzlichen Einsichten hinsichtlich des Zieles und der Struktur physikalischer Theorien.

Dies sei besonders betont, weil der in der didaktischen Literatur fast inflatorisch verwendete Modellbegriff Gefahr l?uft, eine Alibi-Funktion f?r nicht verstandene Theorien zu erhalten. Eine derartige ?Elementarisierung? ist abzulehnen. Allgemein ist ein Modell eine bildhafte oder schematische begriffliche Repr?sentation eines realen physikalischen Objektes oder Vorgangs. Man bezeichnet es nach M. BUNGE (26) besser als ?Modellobjekt?.

Wenden wir uns nun der entscheidenden Frage zu:
Wie und in welchem Sinne bildet eine physikalische Theorie bzw. ein Modell einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit ab?

Diese Frage ist zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen philosophischen Hintergrunds?berzeugungen ganz unterschiedlich beantwortet worden.

Die ph?nomenologische Auffassung deutet Theorien als Instrument zur denk?konomischen Beschreibung der Sinneswahrnehmungen. Dies ist die Auffassung des Positivismus MACHscher Pr?gung.

Die Kopenhagener Interpretation der Quantenphysik neigt mehr zu einer operationalistischen Theorie-Deutung.

In der klassischen Physik konnte man davon ausgehen, da? die Wechselwirkung der Me?vorrichtung mit dem Beobachtungsobjekt vernachl?ssigbar ist. Wegen der Unbestimmtheitsrelation ist dies in der Quantenphysik prinzipiell nicht m?glich. Nach ihr sind z.B. Orts- und Impulsmessungen einander ausschlie?ende Me?verfahren.

Nach der Kopenhagener Interpretation besteht eine unaufhebbare Verkn?pfung zwischen der Me?apparatur und dem Mikrosystem. Beide zusammen stellen das Quantenph?nomen dar. Die Y-Funktion beschreibt nicht mehr die Wirklichkeit an sich, sondern die durch den Experimentator im Me?proze? aktualisierte Wechselwirkung des Mikro-systems mit der Me?vorrichtung. In diesem Sinne konstituiert die Kenntnisnahme des Beobachters die ?faktische Realit?t? des Mikroobjektes.

Nach dieser Interpretation vermittelt Physik nicht mehr ein Bild der Natur, sondern ein Bild unserer Kenntnis ?ber die Natur.

Ort und Impuls eines Mikroobjektes existieren nicht unabh?ngig von der Beobachtung, sondern erst im Me?proze? werden sie existent.

Daher ist es nicht mehr ohne weiteres m?glich, dem Mikroobjekt selbst eine physikalische Eigenschaft zuzuschreiben. Im Gegensatz zu den Objekten der klassischen Physik, kann man Mikroobjekte nicht als autonome Elemente der Wirklichkeit ansehen. ?Sein? ist nach dieser Interpretation ?gemessen werden?.

Diese Position wird von den realistischen Kritikern der Kopenhagener Interpretation nicht akzeptiert. In den letzten Jahren wurde im Zusammenhang mit der Aufnahme der alten Diskussion um ?verborgene Parameter? verst?rkt Kritik vorgetragen. Eine Entscheidung zwischen beiden Positionen der quantenmechanischen Wirklichkeitsinterpretation, - etwa durch ein ?experimentum crucis? - ist nicht m?glich, da sie von unterschiedlichen metaphysischen Hintergrunds?berzeugungen ausgehen.

Bei einer instrumentalistischen Deutung kommt einer Theorie nur eine syntaktische Funktion zu. Theoretische Terme werden durch Reduktionsverfahren auf Beobachtungsbegriffe zur?ckgef?hrt. Dabei wird der Realit?tsbezug bewu?t ausgeklammert. Vertreter des logischen Empirismus haben sich diese erkenntnistheoretische Position weitgehend zu eigen gemacht.

Der hypothetische Realismus dagegen geht davon aus, da? die Theorie essentiell ?ber die Erfahrung hinausgeht. Dabei bildet die Theorie die Wirklichkeit nicht portr?tm??ig oder ikonisch ab, sondern sie versucht, die ?Subjektivit?t zu transzendieren? (26), um so reale Kontakte zur Wirklichkeit herzustellen.

Naturwissenschaftliche Theorien sind hinsichtlich ihres erkenntnis-theoretischen Status immer hypothetisch. Sie sind kein ikonisches Abbild der Wirklichkeit. Sie gehen davon aus, da? eine reale Welt mit bestimmten Strukturen existiert, die man approximativ erkennen kann. Eine Theorie ist der Wirklichkeit um so ad?quater, je l?nger und besser sie permanenten Versuchen, sie zu falsifizieren, widersteht.

Anzumerken ist, da? der objektive Charakter der naturwissenschaftlichen Erkenntnis neuerlich durch die evolution?re Erkenntnistheorie (LORENZ, VOLLMER) eine starke St?tze erh?lt. Aufgrund des Selektionsdrucks ist es nach dieser Theorie nicht m?glich, da? unser Erkenntnisapparat - ein Ergebnis der Evolution - uns keine richtigen Informationen ?ber die Wirklichkeitsstrukturen liefert.

Die physikalische Methode hat immer das Ziel, Wirklichkeit zu erkennen und darzustellen. Sie tut dies in einer hypothetischen Weise; denn jede Theorie mu?, wie bereits DUHEM klar herausstellte, sowohl symbolisch als auch unvollst?ndig sein. Dabei ist die physikalische Methode jedoch kein unverbindliches intellektuelles Spiel mit mathematischen Formalismen. Diese sind lediglich Hilfsmittel und nur in dem Ma?e essentiell, wie sie sich zur Erfassung der Realit?t als tauglich erweisen. Damit soll nicht einem naiven Realismus das Wort geredet werden. Die vorstehenden Betrachtungen zur Methode der Physik stehen vor dem Hintergrund eines kritischen oder ?hypothetischen? Realismus. Hinsichtlich der Modell-Diskussion sollen sie mit dazu beitragen, den ideologischen Schleier der ?Nur- Modellhaftigkeit? unserer Naturerkenntnis zu l?ften.

Ideologieverdacht ist auch noch in anderer Richtung angezeigt. Gewisse Wissenschaftssoziologen propagieren eine ?New History and Sociology of Science? (27). Dort wird behauptet, das erkl?rte Ziel der physikalischen Methode, Wahrheiten ?ber die Natur zu entdecken, sei eine Ideologie. Naturwissenschaftliche Fakten sind danach nicht durch die Natur gegeben, sondern Ergebnisse ?sozialer Konsensbildungen?, die in der Wissenschaft ausgehandelt w?rden. Daher sage eine physikalische Theorie nichts ?ber die Struktur der Wirklichkeit aus, sondern nur etwas dar?ber auf welche Eigenschaften der Naturvorg?nge man sich geeinigt habe.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, welche Rolle historisch bedingte metaphysische Hintergrunds?berzeugungen in der Theorien-dynamik spielen. Die historische Analyse der physikalischen Methode sollte dies ja such verdeutlichen und allgemein zeigen, in welcher Weise der ?context of discovery? f?r den ?context of justification? relevant ist (15). Aber Theorien m?ssen sich an den realen Strukturen der Natur bew?hren. Angesichts der pragmatischen Erfolge der physikalischen Methode kann man sich nicht vorstellen, da? diese lediglich auf einem sozialen Konsens beruhen sollen, dem in der Natur nichts Reales entspricht. Durch sozialen Konsens lie?en sich ja auch unsinnige Theorien am Leben erhalten. Beispiele daf?r gibt es ja in anderen Bereichen. Wenn von jenen Wissenschaftssoziologien behauptet wird, die Natur sei gleichsam nur ein Produkt der Gesellschaft, dann scheint uns diese These pervertiert.

Es ist zu bef?rchten, da? gewisse Didaktiker hier Morgenluft wittern k?nnten, bildungspolitische Utopien mit dem wissenschaftlichen Firmenschild der ?New History and Sociology of Science? (NHS) als neue Ziele des Physikunterrichts zu propagieren. Anf?llige gegen solche modischen Ideologien, sollten den hervorragenden Wissenschaftstheoretiker J. LAKATOS studieren, der nachdr?cklich davor gewarnt hat, da? eine derartige Relativierung des Wahrheitsbegriffs in pseudowissenschaftlicher Maskierung zu dem gef?hrlichen Schlu? f?hren k?nnte, ?Wahrheit l?ge in der Macht (politisch) wechselnder Mehrheiten?. Deshalb geht er mit jenen Wissenschaftssoziologen, die in dieser Art den Wahrheitsbegriff zur Disposition stellen, mit harten Worten ins Gericht. Er wirft ihnen vor, ?das grundlegende politische Credo religi?ser Irren von heute zu legitimieren? (14).

4. Didaktische Perspektiven
Im Rahmen der vorausgehenden wissenschaftstheoretischen ?berlegungen wurden bereits explizit und implizit didaktische Konsequenzen deutlich herausgestellt.

Die Methode der Physik, d.h. das sehr subtile Wechselspiel von Theorie und Experiment, stand im Mittelpunkt der Betrachtungen. Dabei wurde exemplarisch immer wieder auf didaktische Perspektiven einer Einbeziehung der historischen Dimension in die wissenschaftstheoretische Analyse er?ffnet. Nach P. DUHEM bedeutet n?mlich ?die Darlegung der Geschichte eines physikalischen Prinzips gleichzeitig die logische Analyse desselben? (5). Wir meinen, da? eine derartige Analyse auch die didaktische Reflexion, Pr?sentation und Reproduktion des physikalischen Erkenntnisprozesses wesentlich bestimmt.

Dieses wissenschaftstheoretische Konzept der Physikdidaktik (?Gie?ener Modell?) findet weithin internationale Anerkennung. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gef?rderten Projektes laufen in unserem Institut eine Reihe von Entwicklungen, die in besonderer Weise dazu beitragen werden, der didaktischen Forschung wichtige Impulse zu geben und ihr neue Wege zu zeigen.

Quelle:
(5) DUHEM, P.: ?Ziel und Struktur der physikalischen Theorie?, Leipzig 1908.

(Zitatende)




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18.01.2007 13:54 Ekkehard Friebe ist offline Email an Ekkehard Friebe senden Homepage von Ekkehard Friebe Beiträge von Ekkehard Friebe suchen Nehmen Sie Ekkehard Friebe in Ihre Freundesliste auf
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16. Fortsetzung zu

Chronologie zur Relativit?tstheorie


Zitat:

1915 R. H?nigswald: Nicht-euklidische Geometrien

H?NIGSWALD, RICHARD:
Zur Frage: nichteuklidische Geometrien und Raumbestimmung durch Messung.
In: Die Naturwissenschaften. 3. 1915, S. 307-311.

Diskutiert die These, ?die Beschaffenheit ?unseres Raumes? sei von der mathematischen Einsicht in die Gesetzlichkeit der euklidischen, beziehungsweise der nichteuklidischen Geometrien durchaus unabh?ngig?. Es habe Sinn, durch Messung feststellen zu wollen, ob ?unser Raum? tats?chlich euklidisch sei oder nicht. - Kommt zu dem Ergebnis, da? die Me?barkeit des Raumes abh?ngt von einer vorausgesetzten bestimmten Geometrie; durch Messung kann daher die Beschaffenheit des Raumes und die Geltung einer bestimmten Geometrie nicht festgestellt werden. Die These ist also falsch.


1916 A. Einstein: Allgemeine Relativit?tstheorie (ART)

EINSTEIN, ALBERT:
Die Grundlage der allgemeinen Relativit?tstheorie.
In: Annalen der Physik. 49. 1916, S. 769-822.
Abdruck in: Das Relativit?tsprinzip. Lorentz / Einstein / Minkowski. 1923, S. 81-124.

Die ma?gebliche Ver?ffentlichung zur ART: sie soll nach Absicht und Auffassung ihres Urhebers und seiner Anh?nger eine Erweiterung und Erg?nzung der SRT sein. Die Kritiker bestreiten dies auf das entschiedenste, weil die grunds?tzlichen Annahmen jeweils das Gegenteil zur SRT behaupten: (1) Gravitationskr?fte bestimmen das gesamte Geschehen, bestimmen die Struktur des Raumes. (2) Der Raum ist nicht mehr ?flach? (ebene Geometrie), sondern ?gekr?mmt? (nicht-euklidische Geometrie). (3) Die Lichtgeschwindigkeit kann beliebige Werte annehmen. (4) Es gibt keinen starren K?rper mehr, sondern die ihre Form beliebig ver?ndernde ?Bezugsmolluske? (siehe F?syk-Blyte Nr. 13). (5) Es gibt Uhren von beliebigem, unregelm??igem Gang.

Kern der ART ist das ?quivalenzprinzip, das die Gleichwertigkeit von Gravitation und Beschleunigung behauptet, was die Kritik detailliert als unhaltbar erwiesen hat; vgl. Fehler M 2 - 4. Behauptete Effekte, die nur Wirkungen der Gravitation sind und nicht auf dem ?quivalenzprinzip beruhen, sind nur Effekte der in der ART enthaltenen Gravitationstheorie, jedoch nicht der ART und beweisen nichts ?ber die Richtigkeit des ?quivalenzprinzips.

Die drei von Albert Einstein als angebliche Best?tigungen der ART erkl?rten Erscheinungen (Lichtablenkung im Gravitationsfeld; Merkur-Perihel-Pr?zession; Rotverschiebung der Spektrallinien im Gravitationsfeld) haben keine Bedeutung, und zwar aus den verschiedensten Gr?nden, vgl. Fehler M 5 - 8:

(1) Es gibt eine Lichtablenkung im Gravitationsfeld, sie ist bereits von Soldner 1801 vermutet worden; mehrere Jahrzehnte andauernde Beobachtungen bei Sonnenfinsternissen haben jedoch keine sichere Entscheidung gebracht, ob die ART-Erkl?rung richtig ist, weil alle Befunde nicht genau genug sind um erkennen zu lassen, ob die Ablenkungen nach den Formeln der ART verlaufen; ganz sicher spielt zus?tzlich ein Effekt herein, ?ber den man noch nichts wei?. Auch die Beobachtungen der Sonnenfinsternis von 1919 haben keine Best?tigung geliefert, sondern die angebliche, in den Medien hochgejubelte Best?tigung beruht auf dem Wunschdenken des Expeditionsleiters und einzigen ma?geblichen Interpreten A. S. Eddington, der die ART um jeden Preis best?tigen wollte. Die Problematik der Beobachtungen und ihrer Interpretationen von 1919 sind in j?ngster Zeit kritisch analysiert worden in:

COLLINS, HARRY M. / PINCH, TREVOR:
The Golem: what you should know about science. 2.ed. Cambridge: Univ. Pr., 1998. 192 S.; darin: S. 43-55; 151-179.

(2) Die Pr?zession des Merkur-Perihels ist bereits 1898 von P. Gerber erkl?rt worden, ohne Annahmen der Relativistik, weshalb mehrere Erkl?rungen konkurrieren und keine Erkl?rung die Leistung f?r sich beanspruchen kann.

(3) Die Rotverschiebung der Spektrallinien ist nach Albert Einstein ein reiner Gravitationseffekt, also ohne best?tigende Wirkung f?r das ?quivalenzprinzip, wenn der Effekt nachgewiesen werden sollte.

Angesichts des dargelegten Status der ART gibt es keine Bestrebungen des Physik-Establishments, Kritik der ART zu unterdr?cken und zu verleumden.


1916 E. Gehrcke: Gravitationstheorien

GEHRCKE, ERNST:
Zur Kritik und Geschichte der neueren Gravitationstheorien.
In: Annalen der Physik. F. 4, Bd. 51 (=356). 1916, S. 119-124.
Abdruck in: Gehrcke: [Sammlung] Kritik der Relativit?tstheorie. 1924.

Verweist zu Einsteins Ver?ffentlichung (Annalen der Physik. 49. 1916, S. 769) auf seine eigene Ver?ffentlichung (Verhandlungen der Dt. Physikal. Ges. 13. 1911, S. 666; 993), in der er dieselben Ergebnisse bereits vorweggenommen hat. Vor 18 Jahren hat bereits Gerber (Zeitschrift f. Mathematik u. Physik. 43. 1898, S. 93) eine Theorie der Gravitation vorgelegt, die zum gleichen Ergebnis f?hrte, die Einstein aber nicht erw?hnt hat; die Formeln von Gerber und Einstein sind identisch. Gerber hat auch die Perihelbewegung des Merkur bereits quantitativ erkl?rt; er hat auch die Perihelbewegungen der anderen Planeten behandelt. Die Gerbersche Abhandlung wird bei Mach er?rtert, und Einstein habe erst k?rzlich seine genaue Bekanntschaft mit Machs Werk bekundet. Gerbers Arbeit ist auch sonst in der Literatur behandelt worden. Die Annahme, da? Einstein durch Zufall zum selben Ergebnis kommt wie Gerber, wird dadurch ?erschwert? (S. 124).
(Zitatende)




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