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--- Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel (http://www.ekkehard-friebe.de/friebeforum/threadid.php?threadid=592)


Geschrieben von Brunhild Kr?ger am 31.01.2008 um 17:54:

Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel

?Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik? , wie dieses im September 2007 beim Piper Verlag M?nchen erschienene Buch (ISBN 978 - 3 - 492 - 04718 - 0) auf deutsch hei?t, hat als Autor keinen geringeren als Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis 199cool.

Abgesehen von den ?u?erst spannenden inhaltlichen Fragen (?bergang von einer reduktionistischen Physik zu einer ?emergenten? Physik) gibt Laughlin hier einen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebes zum besten, der den letzten Glauben an ?Objektivit?t der Wissenschaft? zerst?rt: der Wissenschaftler, der dem Geld nachgeht, kann nicht mehr der Wahrheit verpflichtet sein.
So k?nnte man die vielen diesbez?glichen Bemerkungen des Buches zusammenfassen. Laughlins schnoddrig-arrogante, teilweise zynische Art, das zu sagen, l??t keinen moralischen Zeigefinger erkennen. Er scheint sagen zu wollen: ?Es ist, wie es ist.? - und er am?siert sich dar?ber.

Wenn man dann am Ende des Buches sieht, warum er so gleichg?ltig sein kann gegen die Verbiegung der Wahrheit, kann man herzlich mitlachen (?Der Kaiser ist ja nackt!?- Lache):

Eine Schlu?folgerung aus seinen Erkenntnissen sagt:
Die Frage, ob Einsteins Theorie ?richtig? oder ?falsch? ist, ist inzwischen v?llig unwichtig!
Die Frage heute hei?t (S. 316 - er stellt sie nicht selbst, sondern legt sie anderen in den Mund):
?Ist Einstein ?berhaupt noch relevant??

Und Laughlin erkl?rt, da? genau das das Problem der Emergenz ist - es gibt wichtigeres: die vielen unverstandenen Dinge, die mit der alten Denkweise der Physik (Reduktionismus, zu dieser geh?rt auch die Einsteinsche Denkweise) nicht erkl?rt werden k?nnen, sondern nur mit der neuen, der emergenten.

Emergenz ist ein anderes Wort f?r "physikalisches Ordnungsprinzip", (im weitesten Sinne das, was bisher mit Begriffen wie Systemtheorie, holographische Sicht, Suche nach Mustern / Verkn?pfungen / Zusammenh?ngen usw. beschrieben wurde), das ?ber die rein reduktionistische Beschreibung der Wirklichkeit hinausgeht. Deshalb sei auch die Physik nicht am Ende, sondern am Anfang - und f?r die Suche nach den neuen Antworten auf die neuen Fragen braucht man Einstein nun wirklich nicht mehr.

Er ist ein ?frecher Hund?, der Laughlin, er kann es sich z. B. erlauben, kurz nach obiger Frage zur Relevanz der Einstein-Theorien zu schreiben:

?Nur Menschen, deren gesunder Menschenverstand durch ein ?berma? an Bildung beeintr?chtigt worden ist, k?nnen das nicht erkennen.?

MfG
Brunhild Kr?ger

PS.: Danke, Jim, da? Du mir das Buch geschenkt hast.




Geschrieben von Jocelyne Lopez am 31.01.2008 um 20:00:

Re: Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel


Zitat:

Brunhild Kr?ger schrieb am 31.01.2008 17:54 Uhr:

?Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik? , wie dieses im September 2007 beim Piper Verlag M?nchen erschienene Buch (ISBN 978 - 3 - 492 - 04718 - 0) auf deutsch hei?t, hat als Autor keinen geringeren als Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis 199cool.

Abgesehen von den ?u?erst spannenden inhaltlichen Fragen (?bergang von einer reduktionistischen Physik zu einer ?emergenten? Physik) gibt Laughlin hier einen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebes zum besten, der den letzten Glauben an ?Objektivit?t der Wissenschaft? zerst?rt: der Wissenschaftler, der dem Geld nachgeht, kann nicht mehr der Wahrheit verpflichtet sein.
So k?nnte man die vielen diesbez?glichen Bemerkungen des Buches zusammenfassen. Laughlins schnoddrig-arrogante, teilweise zynische Art, das zu sagen, l??t keinen moralischen Zeigefinger erkennen. Er scheint sagen zu wollen: ?Es ist, wie es ist.? - und er am?siert sich dar?ber.

Wenn man dann am Ende des Buches sieht, warum er so gleichg?ltig sein kann gegen die Verbiegung der Wahrheit, kann man herzlich mitlachen (?Der Kaiser ist ja nackt!?- Lache):

Eine Schlu?folgerung aus seinen Erkenntnissen sagt:
Die Frage, ob Einsteins Theorie ?richtig? oder ?falsch? ist, ist inzwischen v?llig unwichtig!
Die Frage heute hei?t (S. 316 - er stellt sie nicht selbst, sondern legt sie anderen in den Mund):
?Ist Einstein ?berhaupt noch relevant??

Und Laughlin erkl?rt, da? genau das das Problem der Emergenz ist - es gibt wichtigeres: die vielen unverstandenen Dinge, die mit der alten Denkweise der Physik (Reduktionismus, zu dieser geh?rt auch die Einsteinsche Denkweise) nicht erkl?rt werden k?nnen, sondern nur mit der neuen, der emergenten.

Emergenz ist ein anderes Wort f?r "physikalisches Ordnungsprinzip", (im weitesten Sinne das, was bisher mit Begriffen wie Systemtheorie, holographische Sicht, Suche nach Mustern / Verkn?pfungen / Zusammenh?ngen usw. beschrieben wurde), das ?ber die rein reduktionistische Beschreibung der Wirklichkeit hinausgeht. Deshalb sei auch die Physik nicht am Ende, sondern am Anfang - und f?r die Suche nach den neuen Antworten auf die neuen Fragen braucht man Einstein nun wirklich nicht mehr.

Er ist ein ?frecher Hund?, der Laughlin, er kann es sich z. B. erlauben, kurz nach obiger Frage zur Relevanz der Einstein-Theorien zu schreiben:

?Nur Menschen, deren gesunder Menschenverstand durch ein ?berma? an Bildung beeintr?chtigt worden ist, k?nnen das nicht erkennen.?

MfG
Brunhild Kr?ger

PS.: Danke, Jim, da? Du mir das Buch geschenkt hast.




Hallo Brunhild,

Ich w?rde gerne Deine Rezension des Buches von Laughlin in meinem Blog stellen. Darf ich das?

Viele Gr??e
Jocelyne Lopez


Geschrieben von Brunhild Kr?ger am 02.02.2008 um 02:08:

Re: Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel

Liebe Jocelyne,

soweit ich die Internetspielregeln verstanden habe, kann im Netz nicht nur jeder jeden zitieren oder auf andere Seiten verlinken, er kann auch mehr oder weniger straflos andere durch den Kakao ziehen, Fotos von ihnen ins Netz stellen und anderes.
In diesem Sinne ist es nicht der Ort f?r ?Erlaubnisse?.

Deine Frage hat einen interessanten logischen Aspekt:
Man kann einem anderen Menschen etwas
?verbieten? oder ?nicht verbieten?,
?erlauben? oder ?nicht erlauben?,
?befehlen? oder ?nicht befehlen?.
(Der logische Gegensatz "verbieten und erlauben" ist in diesem Sinne also unvollst?ndig. )

Man kann aber auch all das lassen, weil man der Meinung ist, da? der andere selbst entscheiden kann und mu?, was er tut. In diesem Sinne werde ich nichts von diesen drei bzw. sechs Dingen tun. Du kannst also tun und lassen, was Du willst, ohne mich zu fragen.

Ich nehme jedoch an, es geht Dir mehr um die Frage, ob es mir angenehm oder unangenehm ist. Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir egal. Doch ehe Du es tust, m?chte ich Dir eine andere Sache zu bedenken geben, vielleicht hast Du dann gar keine Lust mehr, ?ber Laughlins Buch in Deinem Blog zu berichten:

Laughlin schreibt n?mlich auch, da? er Einsteins Theorien f?r ?richtig? h?lt - und er h?lt sie trotzdem f?r nicht mehr relevant. Das mag schwer zu verstehen sein, wenn man das Buch nicht gelesen hat und es ist auch in wenigen Worten schwer zu erkl?ren.

Ich suche mal einen Vergleich:
Die Frage, ob Gott ein Mann oder eine Frau ist, ist f?r die Frage, wer oder was Gott ist, v?llig unwichtig. Denn das, was die Menschen mit Gott bezeichnen, hat kein Geschlecht, ist nicht dual sondern Einheit. Deshalb ist die Frage nach dem Geschlecht Gottes auch nicht ?richtig? und nicht ?falsch? zu beantworten, sie ist gar nicht zu beantworten.

In diesem Sinne besagt die Tatsache, da? mit der von Laughlin prophezeiten qualitativen ?nderung der Physik insgesamt die Einsteinschen Theorien nicht mehr relevant sind, aus meiner Sicht, da? sich niemand mehr (abgesehen von ein paar Leuten, die sich daran geistig selbstbefriedigen m?ssen) wirklich f?r deren Inhalt und Aussagen interessieren wird, sie eines Tages gar nicht mehr gebraucht und gelehrt werden. Weil es dann bessere Erkl?rungen f?r das Wesen des Lichtes geben wird.

Und nun kommt das Problem an der Sache:
Mit der Irrelevanz der Einsteinschen Theorien wird leider auch alle Einstein-Kritik irrelelvant in dem Sinne, da?, wenn sich schon niemand mehr f?r dessen Theorien interessieren wird, sich nat?rlich erst recht keiner durch die Vielfalt der Kritiker-Stimmen durcharbeiten wird. So komisch es klingt: die Einsteinkritik lebt und stirbt von und mit der Verehrung Einsteins.

Aber das ist trotzdem Zukunftsmusik - ein paar J?hrchen werden die meisten Physiker schon noch ben?tigen, ehe sie das Buch von Laughlin und dessen Konsequenzen f?r die Zukunft der Physik begriffen haben werden.
Je l?nger ich dar?ber nachdenke, um so mehr vergleiche ich es mit dem Thesenanschlag Luthers. Ich HOFFE SEHR, da? das Buch zum Z?ndfunken der geistigen Erneuerung in der Physik wird, oder - wenn das angenehmer klingt - zum Tropfen, der das Fa? zum ?berlaufen bringt.

Noch eine Bemerkung f?r Interessenten an dem Buch: Prof. Laughlin mag auf den ersten Blick ein Selbstdarsteller sein, doch die eingestreuten Episoden aus seinem Leben haben mehr als das zum Ziel: sie sind zum einen ?Unterbrecher? der Gedankenkette, damit man Pause macht beim Lesen und nachdenkt (das ist ganz wichtig, weil das Buch eigenes Nachdenken in einem h?heren Ma?e fordert als andere B?cher), zum anderen sind es eine Art Gleichnisse.

Nichts f?r ungut.

MfG
Brunhild Kr?ger


Geschrieben von Jocelyne Lopez am 02.02.2008 um 09:24:

Re: Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel

Hallo Brunhild,



Zitat:

Brunhild Kr?ger schrieb am 02.02.2008 02:08 Uhr:

Ich nehme jedoch an, es geht Dir mehr um die Frage, ob es mir angenehm oder unangenehm ist. Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir egal.




Gut, ich werde es also tun.



Zitat:

Brunhild Kr?ger schrieb am 02.02.2008 02:08 Uhr:

Doch ehe Du es tust, m?chte ich Dir eine andere Sache zu bedenken geben, vielleicht hast Du dann gar keine Lust mehr, ?ber Laughlins Buch in Deinem Blog zu berichten:

Laughlin schreibt n?mlich auch, da? er Einsteins Theorien f?r ?richtig? h?lt - und er h?lt sie trotzdem f?r nicht mehr relevant.
[...]
In diesem Sinne besagt die Tatsache, da? mit der von Laughlin prophezeiten qualitativen ?nderung der Physik insgesamt die Einsteinschen Theorien nicht mehr relevant sind, aus meiner Sicht, da? sich niemand mehr (abgesehen von ein paar Leuten, die sich daran geistig selbstbefriedigen m?ssen) wirklich f?r deren Inhalt und Aussagen interessieren wird, sie eines Tages gar nicht mehr gebraucht und gelehrt werden. Weil es dann bessere Erkl?rungen f?r das Wesen des Lichtes geben wird.

Und nun kommt das Problem an der Sache:
Mit der Irrelevanz der Einsteinschen Theorien wird leider auch alle Einstein-Kritik irrelelvant in dem Sinne, da?, wenn sich schon niemand mehr f?r dessen Theorien interessieren wird, sich nat?rlich erst recht keiner durch die Vielfalt der Kritiker-Stimmen durcharbeiten wird. So komisch es klingt: die Einsteinkritik lebt und stirbt von und mit der Verehrung Einsteins.




Doch, ich habe trotzdem Lust Deine Rezession in meinen Blog zu stellen, auch wenn Laughlin meint, die Relativit?tstheorie sei "richtig", jedoch "nicht mehr relevant". Die Natur ist sowieso immer "relevant", ich verstehe nicht, wie sie auf einmal "nicht mehr relevant" sein k?nnte.

Uns geht es n?mlich auch bei unserem Engagement nicht prim?r um die Frage, ob die Relativit?tstheorie richtig oder falsch sei, das hast Du wiederum nicht erkannt, das ist eben hier nicht relevant. Uns geht es um grobe Missst?nde in der Wissenschaft und in der Gesellschaft. Uns geht es prim?r um Freiheit, um Recht und um Ethik. Und das freiheitliche und ethische Denken ist nicht irrelevant, sorry, das ist keine "geistige Selbstbefriedigung von ein paar Leuten", sorry, es darf auch aktiv verteidigt und unterst?tzt werden und kann sich nicht auf die Prophezeiungen eines "frechen Hundes" von Nobelpreistr?ger verlassen, dem sowieso nicht viel passieren kann und der sich ohne Risiko die pers?nliche Freiheit nehmen darf, Missst?nde "zynisch" aufzuzeichnen und Prophezeiungen f?r die Zukunft der Physik in die Welt zu setzen. Die Zukunft wird ja immer aktiv von "frechen" und weniger "frechen Hunden" gestalten, quantitativ jedoch selten Nobelpreistr?ger, sondern von einer ganze Menge Menschen, denen dabei viel passieren kann. Das siehst Du ja selbst. Berechtigte Kritik ist und wird auch in Nachhinein nie "irrelevant", sorry. Missst?nde l?sen sich auch nicht von allein, sie werden h?chsten von Anderen oder in einer anderen Form weitergetrieben. Abwarten und Tee trinken hilft nicht, auch wenn ein Nobelpreistr?ger es prophezeit, sorry.

Viele Gr??e
Jocelyne Lopez


Geschrieben von Jocelyne Lopez am 02.02.2008 um 09:50:

Re: Robert Laughlins Buch ?ber das Ende der Weltformel


Zitat:

Brunhild Kr?ger schrieb am 02.02.2008 02:08 Uhr:

Ich nehme jedoch an, es geht Dir mehr um die Frage, ob es mir angenehm oder unangenehm ist. Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir egal.



Und hier der entsprechende Eintrag:

Brunhild Krueger ?ber ein Buch von Robert Laughlin
http://www.jocelyne-lopez.de/blog/?p=179

Viele Gr??e
Jocelyne Lopez

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