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| Robert Laughlins Buch über das Ende der Weltformel |
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„Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik” , wie dieses im September 2007 beim Piper Verlag München erschienene Buch (ISBN 978 - 3 - 492 - 04718 - 0) auf deutsch heißt, hat als Autor keinen geringeren als Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis 199 .
Abgesehen von den äußerst spannenden inhaltlichen Fragen (Übergang von einer reduktionistischen Physik zu einer „emergenten” Physik) gibt Laughlin hier einen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebes zum besten, der den letzten Glauben an „Objektivität der Wissenschaft” zerstört: der Wissenschaftler, der dem Geld nachgeht, kann nicht mehr der Wahrheit verpflichtet sein.
So könnte man die vielen diesbezüglichen Bemerkungen des Buches zusammenfassen. Laughlins schnoddrig-arrogante, teilweise zynische Art, das zu sagen, läßt keinen moralischen Zeigefinger erkennen. Er scheint sagen zu wollen: „Es ist, wie es ist.” - und er amüsiert sich darüber.
Wenn man dann am Ende des Buches sieht, warum er so gleichgültig sein kann gegen die Verbiegung der Wahrheit, kann man herzlich mitlachen („Der Kaiser ist ja nackt!”- Lache):
Eine Schlußfolgerung aus seinen Erkenntnissen sagt:
Die Frage, ob Einsteins Theorie „richtig” oder „falsch” ist, ist inzwischen völlig unwichtig!
Die Frage heute heißt (S. 316 - er stellt sie nicht selbst, sondern legt sie anderen in den Mund):
„Ist Einstein überhaupt noch relevant?”
Und Laughlin erklärt, daß genau das das Problem der Emergenz ist - es gibt wichtigeres: die vielen unverstandenen Dinge, die mit der alten Denkweise der Physik (Reduktionismus, zu dieser gehört auch die Einsteinsche Denkweise) nicht erklärt werden können, sondern nur mit der neuen, der emergenten.
Emergenz ist ein anderes Wort für "physikalisches Ordnungsprinzip", (im weitesten Sinne das, was bisher mit Begriffen wie Systemtheorie, holographische Sicht, Suche nach Mustern / Verknüpfungen / Zusammenhängen usw. beschrieben wurde), das über die rein reduktionistische Beschreibung der Wirklichkeit hinausgeht. Deshalb sei auch die Physik nicht am Ende, sondern am Anfang - und für die Suche nach den neuen Antworten auf die neuen Fragen braucht man Einstein nun wirklich nicht mehr.
Er ist ein „frecher Hund”, der Laughlin, er kann es sich z. B. erlauben, kurz nach obiger Frage zur Relevanz der Einstein-Theorien zu schreiben:
„Nur Menschen, deren gesunder Menschenverstand durch ein Übermaß an Bildung beeinträchtigt worden ist, können das nicht erkennen.”
MfG
Brunhild Krüger
PS.: Danke, Jim, daß Du mir das Buch geschenkt hast.
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31.01.2008 18:54 |
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| Re: Robert Laughlins Buch über das Ende der Weltformel |
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| Zitat: |
Brunhild Krüger schrieb am 31.01.2008 17:54 Uhr:
„Abschied von der Weltformel - die Neuerfindung der Physik” , wie dieses im September 2007 beim Piper Verlag München erschienene Buch (ISBN 978 - 3 - 492 - 04718 - 0) auf deutsch heißt, hat als Autor keinen geringeren als Robert B. Laughlin (*1950, Nobelpreis 199 .
Abgesehen von den äußerst spannenden inhaltlichen Fragen (Übergang von einer reduktionistischen Physik zu einer „emergenten” Physik) gibt Laughlin hier einen Blick hinter die Kulissen des Wissenschaftsbetriebes zum besten, der den letzten Glauben an „Objektivität der Wissenschaft” zerstört: der Wissenschaftler, der dem Geld nachgeht, kann nicht mehr der Wahrheit verpflichtet sein.
So könnte man die vielen diesbezüglichen Bemerkungen des Buches zusammenfassen. Laughlins schnoddrig-arrogante, teilweise zynische Art, das zu sagen, läßt keinen moralischen Zeigefinger erkennen. Er scheint sagen zu wollen: „Es ist, wie es ist.” - und er amüsiert sich darüber.
Wenn man dann am Ende des Buches sieht, warum er so gleichgültig sein kann gegen die Verbiegung der Wahrheit, kann man herzlich mitlachen („Der Kaiser ist ja nackt!”- Lache):
Eine Schlußfolgerung aus seinen Erkenntnissen sagt:
Die Frage, ob Einsteins Theorie „richtig” oder „falsch” ist, ist inzwischen völlig unwichtig!
Die Frage heute heißt (S. 316 - er stellt sie nicht selbst, sondern legt sie anderen in den Mund):
„Ist Einstein überhaupt noch relevant?”
Und Laughlin erklärt, daß genau das das Problem der Emergenz ist - es gibt wichtigeres: die vielen unverstandenen Dinge, die mit der alten Denkweise der Physik (Reduktionismus, zu dieser gehört auch die Einsteinsche Denkweise) nicht erklärt werden können, sondern nur mit der neuen, der emergenten.
Emergenz ist ein anderes Wort für "physikalisches Ordnungsprinzip", (im weitesten Sinne das, was bisher mit Begriffen wie Systemtheorie, holographische Sicht, Suche nach Mustern / Verknüpfungen / Zusammenhängen usw. beschrieben wurde), das über die rein reduktionistische Beschreibung der Wirklichkeit hinausgeht. Deshalb sei auch die Physik nicht am Ende, sondern am Anfang - und für die Suche nach den neuen Antworten auf die neuen Fragen braucht man Einstein nun wirklich nicht mehr.
Er ist ein „frecher Hund”, der Laughlin, er kann es sich z. B. erlauben, kurz nach obiger Frage zur Relevanz der Einstein-Theorien zu schreiben:
„Nur Menschen, deren gesunder Menschenverstand durch ein Übermaß an Bildung beeinträchtigt worden ist, können das nicht erkennen.”
MfG
Brunhild Krüger
PS.: Danke, Jim, daß Du mir das Buch geschenkt hast. |
Hallo Brunhild,
Ich würde gerne Deine Rezension des Buches von Laughlin in meinem Blog stellen. Darf ich das?
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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31.01.2008 21:00 |
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| Re: Robert Laughlins Buch über das Ende der Weltformel |
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Liebe Jocelyne,
soweit ich die Internetspielregeln verstanden habe, kann im Netz nicht nur jeder jeden zitieren oder auf andere Seiten verlinken, er kann auch mehr oder weniger straflos andere durch den Kakao ziehen, Fotos von ihnen ins Netz stellen und anderes.
In diesem Sinne ist es nicht der Ort für „Erlaubnisse”.
Deine Frage hat einen interessanten logischen Aspekt:
Man kann einem anderen Menschen etwas
„verbieten” oder „nicht verbieten”,
„erlauben” oder „nicht erlauben”,
„befehlen” oder „nicht befehlen”.
(Der logische Gegensatz "verbieten und erlauben" ist in diesem Sinne also unvollständig. )
Man kann aber auch all das lassen, weil man der Meinung ist, daß der andere selbst entscheiden kann und muß, was er tut. In diesem Sinne werde ich nichts von diesen drei bzw. sechs Dingen tun. Du kannst also tun und lassen, was Du willst, ohne mich zu fragen.
Ich nehme jedoch an, es geht Dir mehr um die Frage, ob es mir angenehm oder unangenehm ist. Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir egal. Doch ehe Du es tust, möchte ich Dir eine andere Sache zu bedenken geben, vielleicht hast Du dann gar keine Lust mehr, über Laughlins Buch in Deinem Blog zu berichten:
Laughlin schreibt nämlich auch, daß er Einsteins Theorien für „richtig” hält - und er hält sie trotzdem für nicht mehr relevant. Das mag schwer zu verstehen sein, wenn man das Buch nicht gelesen hat und es ist auch in wenigen Worten schwer zu erklären.
Ich suche mal einen Vergleich:
Die Frage, ob Gott ein Mann oder eine Frau ist, ist für die Frage, wer oder was Gott ist, völlig unwichtig. Denn das, was die Menschen mit Gott bezeichnen, hat kein Geschlecht, ist nicht dual sondern Einheit. Deshalb ist die Frage nach dem Geschlecht Gottes auch nicht „richtig” und nicht „falsch” zu beantworten, sie ist gar nicht zu beantworten.
In diesem Sinne besagt die Tatsache, daß mit der von Laughlin prophezeiten qualitativen Änderung der Physik insgesamt die Einsteinschen Theorien nicht mehr relevant sind, aus meiner Sicht, daß sich niemand mehr (abgesehen von ein paar Leuten, die sich daran geistig selbstbefriedigen müssen) wirklich für deren Inhalt und Aussagen interessieren wird, sie eines Tages gar nicht mehr gebraucht und gelehrt werden. Weil es dann bessere Erklärungen für das Wesen des Lichtes geben wird.
Und nun kommt das Problem an der Sache:
Mit der Irrelevanz der Einsteinschen Theorien wird leider auch alle Einstein-Kritik irrelelvant in dem Sinne, daß, wenn sich schon niemand mehr für dessen Theorien interessieren wird, sich natürlich erst recht keiner durch die Vielfalt der Kritiker-Stimmen durcharbeiten wird. So komisch es klingt: die Einsteinkritik lebt und stirbt von und mit der Verehrung Einsteins.
Aber das ist trotzdem Zukunftsmusik - ein paar Jährchen werden die meisten Physiker schon noch benötigen, ehe sie das Buch von Laughlin und dessen Konsequenzen für die Zukunft der Physik begriffen haben werden.
Je länger ich darüber nachdenke, um so mehr vergleiche ich es mit dem Thesenanschlag Luthers. Ich HOFFE SEHR, daß das Buch zum Zündfunken der geistigen Erneuerung in der Physik wird, oder - wenn das angenehmer klingt - zum Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.
Noch eine Bemerkung für Interessenten an dem Buch: Prof. Laughlin mag auf den ersten Blick ein Selbstdarsteller sein, doch die eingestreuten Episoden aus seinem Leben haben mehr als das zum Ziel: sie sind zum einen „Unterbrecher” der Gedankenkette, damit man Pause macht beim Lesen und nachdenkt (das ist ganz wichtig, weil das Buch eigenes Nachdenken in einem höheren Maße fordert als andere Bücher), zum anderen sind es eine Art Gleichnisse.
Nichts für ungut.
MfG
Brunhild Krüger
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02.02.2008 03:08 |
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| Re: Robert Laughlins Buch über das Ende der Weltformel |
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Hallo Brunhild,
| Zitat: |
Brunhild Krüger schrieb am 02.02.2008 02:08 Uhr:
Ich nehme jedoch an, es geht Dir mehr um die Frage, ob es mir angenehm oder unangenehm ist. Wenn ich ehrlich sein soll, ist es mir egal. |
Gut, ich werde es also tun.
| Zitat: |
Brunhild Krüger schrieb am 02.02.2008 02:08 Uhr:
Doch ehe Du es tust, möchte ich Dir eine andere Sache zu bedenken geben, vielleicht hast Du dann gar keine Lust mehr, über Laughlins Buch in Deinem Blog zu berichten:
Laughlin schreibt nämlich auch, daß er Einsteins Theorien für „richtig” hält - und er hält sie trotzdem für nicht mehr relevant.
[...]
In diesem Sinne besagt die Tatsache, daß mit der von Laughlin prophezeiten qualitativen Änderung der Physik insgesamt die Einsteinschen Theorien nicht mehr relevant sind, aus meiner Sicht, daß sich niemand mehr (abgesehen von ein paar Leuten, die sich daran geistig selbstbefriedigen müssen) wirklich für deren Inhalt und Aussagen interessieren wird, sie eines Tages gar nicht mehr gebraucht und gelehrt werden. Weil es dann bessere Erklärungen für das Wesen des Lichtes geben wird.
Und nun kommt das Problem an der Sache:
Mit der Irrelevanz der Einsteinschen Theorien wird leider auch alle Einstein-Kritik irrelelvant in dem Sinne, daß, wenn sich schon niemand mehr für dessen Theorien interessieren wird, sich natürlich erst recht keiner durch die Vielfalt der Kritiker-Stimmen durcharbeiten wird. So komisch es klingt: die Einsteinkritik lebt und stirbt von und mit der Verehrung Einsteins. |
Doch, ich habe trotzdem Lust Deine Rezession in meinen Blog zu stellen, auch wenn Laughlin meint, die Relativitätstheorie sei "richtig", jedoch "nicht mehr relevant". Die Natur ist sowieso immer "relevant", ich verstehe nicht, wie sie auf einmal "nicht mehr relevant" sein könnte.
Uns geht es nämlich auch bei unserem Engagement nicht primär um die Frage, ob die Relativitätstheorie richtig oder falsch sei, das hast Du wiederum nicht erkannt, das ist eben hier nicht relevant. Uns geht es um grobe Missstände in der Wissenschaft und in der Gesellschaft. Uns geht es primär um Freiheit, um Recht und um Ethik. Und das freiheitliche und ethische Denken ist nicht irrelevant, sorry, das ist keine "geistige Selbstbefriedigung von ein paar Leuten", sorry, es darf auch aktiv verteidigt und unterstützt werden und kann sich nicht auf die Prophezeiungen eines "frechen Hundes" von Nobelpreisträger verlassen, dem sowieso nicht viel passieren kann und der sich ohne Risiko die persönliche Freiheit nehmen darf, Missstände "zynisch" aufzuzeichnen und Prophezeiungen für die Zukunft der Physik in die Welt zu setzen. Die Zukunft wird ja immer aktiv von "frechen" und weniger "frechen Hunden" gestalten, quantitativ jedoch selten Nobelpreisträger, sondern von einer ganze Menge Menschen, denen dabei viel passieren kann. Das siehst Du ja selbst. Berechtigte Kritik ist und wird auch in Nachhinein nie "irrelevant", sorry. Missstände lösen sich auch nicht von allein, sie werden höchsten von Anderen oder in einer anderen Form weitergetrieben. Abwarten und Tee trinken hilft nicht, auch wenn ein Nobelpreisträger es prophezeit, sorry.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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02.02.2008 10:24 |
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